1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Mandelbachtal

Ormesheimer Publikum erlebt einen Rausch aus 150 Stimmen

Ormesheimer Publikum erlebt einen Rausch aus 150 Stimmen

Selbst der anwesende Komponist aus Frankfurt, Rolf Rudin, war begeistert von der Ormesheimer Interpretation seines Requiems. Am Totensonntag trat ein eigens gegründeter Chor zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg an.

Wenn man sich als Orchester und als Chor daran wagt, ein Konzert zu einem ernsten Anlass zu veranstalten, ist man schnell bei den üblichen Komponisten . Da wird vorab möglicherweise gedanklich Haydn genauso bemüht wie Brahms oder Beethoven. Was aber, wenn man sich dem Werk eines Komponisten widmet, der noch lebt? Der Orchesterverein "Harmonie" (OHO) Ormesheim hatte vor rund einem halben Jahr die Idee, sich musikalisch dem Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren anzunehmen. Da lag es nahe, dies anlässlich des Totensonntags zu tun.

"Es ist für uns etwas Neues. Eine Premiere", sagte auch Thomas Hafner, der OHO-Vorsitzende vorab zu den Konzertbesuchern. Es sei eine große Ehre, das Werk aufführen zu dürfen. Zumal Rudin eigens angereist war, um sich die Ormesheimer Interpretation anzuhören. Über Kontakte von OHO-Dirigent Bernard Stopp auf Bundesebene, kam man so an Rolf Rudin. Der Komponist aus der Nähe von Frankfurt hat vor neun Jahre das Requiem op. 70 komponiert. Für die Aufführung ist jedoch ein recht großer Chor erforderlich. Über die guten Kontakte zu Walter Niederländer, der den Sängerchor Saarbrücken-Bischmisheim leitet, kam man auf die Idee, einen Projektchor ins Leben zu rufen. Und so kam es, dass am Sonntagabend in der Pfarrkirche St. Mauritius mit insgesamt rund 150 Mitwirkenden das Konzert stattfand.

Im Bereich der ernsten Musik zählte die Veranstaltung zu den Konzerten, wie es sie in dieser Form mehr als selten in unserer Region gibt.

Das Publikumsinteresse war immens, was sich am sehr guten Besuch der Kirche zeigte. Bereits eine gute halbe Stunde vor Beginn war das Gotteshaus bis fast auf den letzten Platz besetzt. Im ersten Teil steuerte der OHO mit Scenes from "The Louvre " ein fünfteiliges Werk von Norman Dello Joio bei. Der amerikanische Komponist schrieb das Werk 1966. Hier verschaffte sich das Orchester bereits beim Publikum großen Respekt, was sich alleine an den Begeisterungsrufen bemerkbar machte. Die Grundlage für den gemeinsamen Auftritt mit dem Projektchor war gegeben.

Hier zeigte sich, wie gut Chor und Orchester aufeinander abgestimmt waren. Eine kurzzeitige, minimale Abweichung beim Tempo verzieh das Publikum durchaus. Am Ende standen die Besucher auf, applaudierten lange und wollten eine Zugabe, die Walter Niederländer mit "Nun danket alle Gott" vorbereitet hatte. "Ich habe mein eigenes Werk neu erlebt und gespürt, das die Musiker darin aufgehen. ", zeigte sich Rolf Rudin am Ende im SZ-Gespräch beeindruckt. Vor allem, dass man einen Chor gefunden hat, da es wenige große Chöre gibt, habe ihn beeindruckt. Auch habe er bemerkt, dass das Werk die Leute bewegte.