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Ommersheim bekommt ein Gesundheits- und Fitness-Studio

Aus der Kommunalpolitik in Mandelbachtal : Neues Gesundheits- und Fitness-Studio

Der Gemeinderat in Mandelbachtal spricht sich mehrheitlich für dieses Vorhaben eines Investors in Ommersheim aus. Einwände eines Bürgers bleiben in der Diskussion außen vor.

Ommersheim bekommt ein Gesundheits- und Fitness-Studio. Dies sieht der Plan eines Investors vor, der auf der Rückseite der Tennishalle am Hüttenweg einen Anbau von 450 Quadratmetern erstellen will. Ebenfalls ist dort die Errichtung einer physiotherapeutischen Praxis vorgesehen. Dazu hat der Gemeinderat bereits im letzten Dezember den Bebauungsplan „Sportanlagen Hüttenweg“ geändert.

Das Gremium befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Einwänden eines Anwohners aus der Pfarrer-Storz-Straße. In seinem Widerspruch sorgte sich der Ommersheimer angesichts der geschätzten über 1000 Duschvorgänge pro Monat im geplanten Sporttreff um die Wasservorräte. Der Mann befürchtet, dass deshalb im Brandfall nicht genügend Löschwasser zur Verfügung stehen könnte. Auch glaubt er, dass die Kapazität der Abwasserkanäle „unterdimensioniert“ sei. Auch haben seiner Auffassung nach bereits der Anschluss der Kita am Hüttenweg und die dort versiegelten Flächen zu Problemen geführt. Es komme bei Regen zu Rückstaus und zum Überlaufen der Abwasserschächte, so der Bürger. Zudem verstärke sich die Lage durch Hygieneprobleme. Der Mann fordert deshalb eine Garantie, dass durch die Baumaßnahmen kein Schmutzwasser in seinen Keller gelangt und ihm deshalb auch keine Kosten entstehen. Auch bereitet ihm der Verkehrslärm Kopfzerbrechen. Fahrzeuge würden sich bereits heute im Hüttenweg stauen. Ein Einmünden in den fließenden Verkehr sei auch jetzt schon in Spitzenzeiten kaum möglich, so der Bürger. Außerdem würden die Pläne zu erhöhten Emissionen, die den Maximalwert in einem Wohngebiet übersteigen, beitragen.

Die Technischen Werke Mandelbachtal (TeWeMa) haben die Kanalkapazität durch ein externes Büro prüfen lassen. Ergebnis: Die zu geringe Kapazität trifft zu. Aber der Grund hierfür seien die Wassermengen bei Regen. Das Problem soll durch eine Kanalerweiterung behoben werden. Das Geld sei bereits im Wirtschaftsplan 2020 bereitgestellt. Auch das erhöhte Verkehrsaufkommen bestätigt die Verwaltung. Allerdings würde sich dies über den Tag verteilen. Die Erhöhung von Lärm und Staub sieht die Gemeinde hingegen nicht.

Der Saarpfalz-Kreis als Aufsichtsbehörde hat die Pläne geprüft und keine Beanstandungen.

Ein Investor setzt in Ommersheim aufs Thema Gesundheit. Foto: dpa/Britta Pedersen

Nicht mit der Vorgehensweise einverstanden ist die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. „Ich will als Gemeinderat und als Bürger nicht so behandelt werden“, empörte sich deren Fraktionsvorsitzender Daniel Wannemacher in der Ratssitzung. Das Gewerbe gehöre in den Ortskern. Zudem sieht er die Einwände des Bürgers nicht ausreichend gewürdigt. Auf Wannemacher wirkt die Sichtweise der Verwaltung und der TeWeMa wie ein flapsiges „passt schon“. Er vermisst eine „ordentliche Begründung“ zu den Punkten. Auch ist für ihn ist die geplante Kanalerweiterung im Wirtschaftsplan noch nicht sicher. Der Politiker vermisst konkrete Zahlen als Beleg. Dies gelte auch für das Thema Lösch- und Brauchwasser. „Ich als Einwänder würde mich verarscht fühlen“, so Daniel Wannemacher in der Sitzung. Bürgermeisterin Maria Vermeulen (SPD) beantwortete die Frage zum Löschwasser, wonach die vorhandenen 48 Kubikmeter ausreichend wären. Der Ommersheimer Ortsrat hat der Änderung des Bebauungsplans bereits zugestimmt. Der Gemeinderat folgte ihm mehrheitlich nach. Neben den Grünen enthielten sich auch Denis Weigerding und Alois Geller (beide SPD).