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Obst-und Gartenbauverein Ommersheim ist gerettet

Obst-und Gartenbauverein Ommersheim : „Jung, weiblich und motiviert“

Dem Obst- und Gartenbauverein Ommersheim ist es gelungen, nicht nur einen neuen Vorstand zu finden, sondern ihn auch deutlich zu verjüngen.

Man konnte nach einer Stunde Tagung buchstäblich das Aufatmen in der Obstlagerhalle des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Ommersheim spüren. Weit über 30 Menschen waren in der Neuwiesstraße 10 erschienen. Ihre Mission: die Rettung des 113 Jahre alten und gleichzeitig ältesten Ommersheimer Vereins. Das Ansinnen glückte, denn bei der Mitgliederversammlung wurde nach monatelanger Suche endlich ein neuer Vorstand gewählt und so die Vereinsauflösung vermieden. „Jung, weiblich und motiviert“, beschrieb Versammlungsleiter Clemens Lindemann die neuen Macher.

In der Tat ist das neue Führungsduo mit der 36-jährigen Isabel Reinhard und ihrer zehn Jahre jüngeren Vize-Vorsitzenden Johanna Hofmann alles andere als betagt. Die Runde der Jungen wird durch den 24-jährigen Philippe Ruffing verstärkt, der sich künftig um die OGV-Kasse kümmert. Das Amt des Brennereileiters wird weiterhin von Rainer Decker ausgeübt. Bei den Beisitzern gelang es, eine Mischung aus jung, mittelalt und erfahren zu erzielen: Harald Uth (Presse), Harald Spork (Mostereileiter), Anna Singendonk (Schriftführer), Elias Hofmann (Social Media), Moritz Kessler, Dirk Berresheim und Steffen Schmidt gehören somit dem erweiterten Vorstand an. Zu Kassenprüfern wurde Christian Mallick und Tobias Teuber gewählt.

Der bisherige Vorstand hat versprochen, die Neuen „nicht im Regen stehenzulassen“. „Wir wollen vor allem wieder dafür sorgen, dass Apfelsaft gepresst und Schnaps gebrannt werden kann“, meinte die frisch gekürte OGV-Vorsitzende Isabel Reinhard im Gespräch mit unserer Zeitung kurz nach ihrer Wahl. „Es wird alles gut klappen“, hatte die Diplom-Verwaltungswirtin zuvor Optimismus versprüht. Ihre berufliche Tätigkeit im Bereich Fördermittel, unter anderem für Streuobst im saarländischen Umweltministerium wird da sicher kein Hinderungsgrund sein.

Erfreut, dass es mit dem Obst- und Gartenbauverein Ommersheim weitergeht, zeigte sich auch Martin Wannemacher (CDU). Der Vize-Ortsvorsteher war froh, kein Foto eines Vereins machen zu müssen, der sich aufgelöst hat. Auch Jürgen Berresheim ist nun glücklich, dass seine Zeit der schlaflosen Nächte  beendet und der OGV gerettet ist. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende hatte sich seit Februar dieses Jahres allein um die Geschicke des Vereins kümmern müssen, da Martin Eifler, der langjährige Vorsitzende, Anfang 2021, nach zehn Jahren, aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. „Wir hatten vor mehr als einem Jahr schon mitgeteilt, dass wir bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten werden. Doch niemand nahm das ernst. Dabei sind wir alle schon über 70“, blickte Berresheim im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Er habe sich eine Liste mit möglichen Nachfolgern erstellt, die aber alle absagten, weil sie entweder keine Zeit hätten oder schon in anderen Vereinen eingebunden sind. Im Frühjahr sollte eine Versammlung stattfinden, die aber wegen Corona verschoben werden musste. Jürgen Berresheim habe früh einen Rechtsanwalt zur juristischen Vorbereitung der Abwicklung eingeschaltet, als man merkte, es wird niemand antreten, und die Auflösung des Vereins könnte unausweichlich sein. Eine Befürchtung, die sich Ende Juli bestätigte.

Doch Berresheim gab nicht auf: Sohn und Enkel wurden eingespannt, Texte via soziale Netzwerke und Whats-App-Gruppen der Ommersheimer Vereine zu verschicken. Das Ergebnis: Mitte September erschienen bei einem Info-Abend 43 Neulinge. Davon allein 30 der jüngeren Generation angehörig. Etliche Neueintritte habe es an diesem Abend gegeben, so Berresheim. Er dankte vor allem Stephan Piorko, Günter Walle, Gerhard Hartmann und Clemens Lindemann für deren tatkräftige Hilfe bei der Rettung. Letzterer zeigte sich erfreut darüber, dass es weitergeht. „Eine Auflösung wäre ein schwerer Verlust für den Ort und die Obst- und Gartenbaubewegung gewesen“, so der Vorsitzende des Verbandes der Gartenbauvereine in Deutschland e. V. (VGiD).