Wohnbebauung: Gemeinderat sagt Ja : Neue Häuser bei der Ziegelhütte

Gemeinderat gibt mehrheitlich den Startschuss für das Entstehen eines Baugebietes in Ommersheim.

Der Gemeindebezirk Ommersheim erhält ein neues Baugebiet. Das hat jetzt der Gemeinderat Mandelbachtal beschlossen. „Bei der Ziegelhütte“, so der Name des Standortes, wird Platz für vier Einfamilienhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus entstehen. Damit folgt das Gremium der Empfehlung des Ortsrats und des Fachausschusses und lässt einen Bebauungsplan zur Ausweisung eines Wohngebietes aufstellen. Das erfolgt im sogenannten „beschleunigten Verfahren“, da es sich um eine Fläche von unter 10 000 Quadratmetern handelt, es nur um Wohnbebauung geht und das Ganze an bestehende Bebauung angrenzt.

Eigentlich handelt es sich bislang um landwirtschaftliche Flächen. Der Bebauungsplan wird deshalb angepasst. Das Plangebiet befindet sich nahe dem Kreuzungsbereich Hüttenweg/Ziegelhütte im Süden von Ommersheim. Dabei handelt es sich um eine bislang nicht bebaute Grün-/Freifläche von 2860 Quadratmetern. Das hat das beauftragte Planungsbüro „Kernplan“ aus Illingen ermittelt. Die Erschließung des Gebietes soll über eine neue Stichstraße erfolgen, die sich an dem auszubauenden Feldwirtschaftsweg anschließen wird.

Der Landesentwicklungsplan (LEP) sieht einen Bedarf von 2,5 Wohnungen pro 1000 Einwohnern und pro Jahr in Ommersheim vor. Ommersheim hat (Stand 21.12.2019) 2236 Einwohner und somit einen Bedarf von 56 Wohneinheiten bis 2030. Aktuell besteht bereits ein Bedarf von 38 Wohneinheiten.

Die Maßnahme habe keine Auswirkungen auf ein ressourcenschonendes Wohnbauflächenangebot, so das Planungsbüro. Kritisch sehen das die Grünen im Gemeinderat. „Offensichtlich ist das Ganze ein sehr emotionales Thema“, fasste deren Vorsitzender Daniel Wannemacher den Standpunkt zusammen. Seine Fraktion ist gegen Konkurrenzsituationen innerhalb der Ortsteile und forderte deshalb auf, das Ganze auf Gemeindeebene zu diskutieren. „Nach 46 Jahren könnte aus den acht Ortsteilen mal eine Gemeinde werden“, so Wannemacher ironisch. Er glaubt nicht, dass es einen solch hohen Bedarf an Grundstücken in Ommersheim gibt. Stattdessen verweisen die Bündnisgrünen auf den Gemeindeentwicklungsplan aus 2015. Dort habe sich die Kommune verpflichtet, erst Baulücken im Ort zu mobilisieren, ehe am Ortsrand neue Flächen verdichtet werden. Gut 20 Punkte hätten daraus umgesetzt werden müssen.

Daniel Wannemacher übt Kritik an der Gemeindeverwaltung, dem Ex-Bürgermeister und am Rat selbst. Sie hätten den Plan nie richtig umgesetzt. Gleichzeitig werde der Gemeindeentwicklungsplan als Grundlage für den geplanten Ormesheimer Kultursaal herangezogen. Diesen stellen die Grünen in Frage. „Dieses Gemeindeentwicklungskonzept ist kein Selbstbedienungsladen, aus dem man sich nur die Punkte herauspicken kann, die einem gerade zusagen“, betonte Wannemacher. Er vermisst auch eine städtebauliche Ordnung. „Nur, weil es einen Plan eines Investors gibt, muss dieser nicht umgesetzt werden“, kritisiert der Ratsvertreter. Auch sei ihm seitens anderer Fraktionen bislang kein Kompromiss angeboten worden. Wannemacher beantragte deshalb eine geheime Abstimmung, für die es aber keine Mehrheit gab. Nur acht der 26 anwesenden Mitglieder waren für seinen Vorschlag.

Das Ganze sieht die Union anders: „Die CDU kann die massive Aufregung in diesem Punkt nicht nachvollziehen“, meinte Frank Becker. Jetzt schon sei der Bedarf an Bauplätzen größer als das Angebot. Die Pläne seien „pragmatisch, schnell und bedarfsdeckend“, so Becker. „Für die Freien Wähler sind die Einwände nachvollziehbar. Dennoch wird die FWG dem Plan zustimmen“, so deren Fraktionsvorsitzender Manfred Dier. Er forderte neben dem Lückenschluss bei Alt-Beständen auch eine zügige Abwicklung, da andernfalls die Preise steigen würden. „Wir dürfen uns nicht gegen das Votum des Ortsrates stellen“, so Dier. CDU und FWG (15 Stimmen) befürworteten die Änderung des Bebauungsplans. SPD, Linke und Grüne (10 Stimmen) waren dagegen; Denis Weigerding (SPD) enthielt sich bei der Abstimmung.