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Naturdenkmäler: Eine uralte Eiche steht in Ormesheim

Uralte Eiche steht in Ormesheim : Noch immer steht sie saftig im Grün

Eine uralte Eiche auf dem Ponsheimer Hof könnte viele Geschichten aus Jahrhunderten erzählen.

Eines der drei Naturdenkmäler der Gemeinde Mandelbachtal steht in Ormesheim auf dem Ponsheimer Hof und dort so zentral vor dem Innenhof, dass es das gesamte Ensemble prägt: die alte Kastanie. Sie dürfte zu den ältesten Bäumen im Bliesgau zählen und steht nach vielen Kriegen, die sie erlebt haben muss, noch immer saftig im Grün. Sie blüht, sie hat Früchte und sie wirft Schatten. Der wird meist dafür genutzt, die Wagen der Hofbesucher sonnengeschützt unterzustellen. Bis an den Stamm kann man dabei aber nicht fahren, denn ein Steinring schützt den Baum und verhindert das.

Der Verkehrsverein Mandelbachtal hat mit der Rosskastanie vom Ponsheimer Hof eine Serie über die ältesten Bäume der Gemeinde im Internet gestartet. Auf dem Hof hat man das gesehen und sich gefreut. „Wir wissen zwar, dass der Baum viel älter ist, als im Netz angegeben, aber wir sind stolz auf unsere Kastanie“, sagt eine Reiterin, die gerade zwischen den Stallungen und dem Hof mit ihren Pferden arbeitet. Der Verkehrsverein schätzt 200 Jahre, andere Quellen sagen 150, die Reiter 300. „Die amtliche Schätzung geht von 235 bis 300 Jahren aus. Auf dieser Basis wurde er zum Denkmal erklärt“, sagt Hofbesitzer Herbert Klein. Die Baumkrone überragt den Hof wie eine sattgrüne Glocke, unter den tief hängenden Zweigen ist es dunkel, majestätisch ragt der Stamm auf, dessen Seitenäste so dick sind, wie anderenorts die Baumstämme. In mindestens 235 Jahren muss dieser Baum einiges erlebt haben. Und trotz seines Alters kann er kein Zeugnis geben von den historischen Anfängen des Hofs. Die gehen nämlich weit zurück. „Schon die Franken haben sich auf dem Gebiet des heutigen Ponsheimer Hofes wohl gefühlt und sich im 7. Jahrhundert an dieser wassernahen und dennoch hochwassersicheren Stelle niedergelassen. Das konnte nachgewiesen werden, als beim Pflügen nahe dem Ponsheimer Hof ein „Sax“ und eine „Spatha“ (ein- und zweischneidige Schwerter) gefunden wurden, was 1962 zu einer archäologischen Ausgrabung und der Entdeckung von sieben merowingerzeitlichen Gräbern führte“, heißt es in einer Information des Hofes.

Auch Gräber habe man gefunden. Sie enthielten Skelettreste von vier Männern, zwei Frauen und einem Kind, die etwa zwischen 600 und 640 n.Chr. bestattet wurden.

Die Kastanie weiß davon nichts. Aber sie könnte berichten von den Weltkriegen, von der Zeit, als am Ponsheimer Hof die Grenze zwischen Bayern und Preußen verlief oder den heutigen Tagen, wo hier geritten und Landwirtschaft betrieben wird. Fakt ist, dass zu allen Zeiten der Baum erhalten blieb und man sich an ihm erfreut haben muss. Er steht nämlich unberührt, inzwischen unter Naturschutz gestellt, gesund an seinem Platz. „In diesem Jahr war es etwas trocken für ihn, er hat seine Früchte früh abgeworfen. Dann wässern wir ihn auch mal“, sagt Klein.