Naturbühne Gräfinthal Naturbühne Gräfinthal sagt ihre Saison ab

Gräfinthal · Probenarbeit und die Bauarbeiten am Bühnenbild ruhen seit Wochen und wären nicht mehr rechtzeitig zu schaffen.

 Die Arbeiten am Bühnenbild der Naturbühne ruhen. Die Kulissen sind zwar schon halbfertig. Aber die Saison ist abgesagt.

Die Arbeiten am Bühnenbild der Naturbühne ruhen. Die Kulissen sind zwar schon halbfertig. Aber die Saison ist abgesagt.

Foto: Peter Bachmann

Wie so viele kulturelle Veranstaltungen wird auch die diesjährige Theatersaison der Naturbühne Gräfinthal der Corona-Pandemie zum Opfer fallen. Der Kulturverein Bliesmengen-Bolchen sieht sich nach eigenen Angaben als Betreiber der Bühne aufgrund der anhaltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu diesem Schritt gezwungen. Beide geplanten Stücke sollen dann aber im nächsten Jahr aufgeführt werden. Damit teilt nun auch „Der gestiefelte Kater“ das Schicksal vieler dieser Tage und bleibt zu Hause.

Ebenso wird die ehrwürdige „Pension Schöller“ erst 2021 ihre Pforten öffnen dürfen, wie der Verein am Dienstagabend mitteilte. „Diese Entscheidung ist allen Beteiligten sehr schwer gefallen, aber da sowohl die Probenarbeit als auch der sehr aufwändige Bühnenbau nun schon seit Wochen stillliegen und eine Neuaufnahme der Arbeiten nicht absehbar ist, wird die Vorbereitung einer Sommersaison unmöglich,“ erläutert Spielleiter Wilken Schütz die Situation. Dazu komme die Ungewissheit, wann überhaupt große Kulturveranstaltungen wieder erlaubt sein werden. Unter diesen Voraussetzungen lasse sich nicht seriös planen. Die für den 2. August angesetzte Vorstellung der Oper Nabucco ist als professionelles Gastspiel von dieser Entscheidung bislang noch nicht betroffen.

Natürlich hoffen auch die Gräfinthaler Theatermacher, dass sich in der Zeit bis zum Sommer 2021 Möglichkeiten bieten werden, das ein oder andere Unterhaltungsangebot für seine treuen Zuschauer auf die Beine zu stellen. Ansonsten heißt es für die sonst zu dieser Jahreszeit so eifrigen Gräfinthaler weiterhin „dahemm“ zu bleiben, auf bessere Zeiten zu hoffen und die Folgen einer solchen Entscheidung zu verwalten und zu verkraften. Denn dies ist nicht der erste Rückschlag der jüngeren Vergangenheit. Bis heute heißt es für den Verein, Schäden und Spätfolgen des Hochwassers 2018 zu beheben sowie baulich zu investieren, um bei vergleichbaren Ereignissen in der Zukunft die Auswirkungen zu reduzieren.

Nach dem damaligen Hochwasser begannen darüber hinaus Behörden, umfangreiche Auflagen an Sicherheits- und Brandschutzkonzepte zu stellen, was den Verein zu weiteren enormen Investitionen zwang und wohl auch noch weiter zwingen wird. Dass nun ausgerechnet beim Aufzug, der vor Vorstellungen Rollstuhlfahrer und Kinderwägen von der Kasse zum Zuschauerraum bringt, eine fast fünfstellige Reparatur ansteht, schränkt die finanziellen Möglichkeiten des Vereins weiter ein. Aber alle Beteiligten seien optimistisch, die aktuellen Probleme bis zur nächsten Premiere im kommenden Jahr bewältigt zu haben.

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