Millionen für das Sorgenkind

40 Interessierte ließen sich die Info-Veranstaltung „Der Mandelbach – Gewässerqualität und Möglichkeiten der Verbesserung“ nicht entgehen. Der EVS investiert derzeit Millionen in den Abwasserbereich.

Namensgeber, Lebenselixier und Sorgenkind, das ist der Mandelbach, der die gleichnamige Gemeinde durchfließt. Seit vielen Jahren sorgen sich Naturschützer und Biologen um das Fließgewässer. Es entspringt in Aßweiler und mündet in Habkirchen in die Blies. Dazwischen liegen 13 Kilometer Bachlauf. Es gibt Wünsche und Forderungen, insbesondere nach besserer Klärung.

Michael Lauer, früherer Vorsitzender und heutiger Beauftragter für Gewässerschutz des Angelsportvereins Habkirchen und jetziger Chef der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal ist seit Jahren ein vehementer Mahner. Im Habkircher Dorfgemeinschaftshaus wurde das Bach-Thema jetzt intensiv diskutiert. 40 Besucher hörten sich die Argumente an, einige diskutierten mit. Adam Schmitt vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) skizzierte die Problemfelder: Unzureichende Kläranlagen , Kanalnetz und Regenwasserbehandlung. Dazu gesellen sich Probleme durch Bebauung, Verrohrung, Brücken, Viehtrieb, Mistlagerung und Wasserentnahmen. Die Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die einen guten ökologischen und chemischen Zustand der Oberflächengewässer einfordert, würden nicht erfüllt. Eine gemeinsame technische Kläranlage für Aßweiler und Erfweiler-Ehlingen, der Anschluss von Habkirchen und Bebelsheim an die Kanalisation, das Abkoppeln und Behandeln von Regenwasser sowie die Modernisierung von Kanälen, Schaffung von Stauräumen, Auszäunung, damit verbesserter Uferschutz, würden für Abhilfe sorgen.

Ralf Hasselbach, Bereichsleiter im Geschäftsbereich Abwasserwirtschaft, und Gerhard Pansa, Leiter der Bauabteilung des Entsorgungsverbandes Saar (EVS), fingen den Ball auf. So war zu hören, dass die angesprochene technische Kläranlage komme. Zwei Millionen Euro würden investiert. Bis 2018 soll sie in Betrieb gehen. Bebelsheim werde an die Kläranlage in Wittersheim angeschlossen, 3,5 Millionen Euro würden investiert. Nach Baubeginn 2017 werde sie Ende 2018 in Betrieb gehen. Habkirchen werde an das Abwassersystem der Stadt Sarreguemines angeschlossen. 5,5 Millionen Euro würden investiert. In zwei Jahren solle die Maßnahme abgeschlossen sein. Bis 2021 werde sich die Gewässergüte des Mandelbachs merklich verbessert haben, so Hasselbach. Steffen Potel vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) stellte fest, dass der Bach derzeit "falsches Leben" enthalte. Das müsse sich ändern. Kreis-Umweltdezernent Gerhard Mörsch hob die funktionierende biologische Selbstreinigungskraft heraus. Die Gewässergüte habe sich in den vergangenen Jahren merklich verbessert.

Mandelbachtals Bürgermeister Gerd Tussing unterstrich das gemeinsame Ziel, den Bach sauberer zu machen. Erste Fortschritte seien erkennbar. Angeregt wurde aus der Versammlung nach Abschluss aller Arbeiten, im Habkircher Mündungsbereich einen Lehrpfad anzulegen. Am Ende fasste Moderator Professor Peter Fischer-Stabel zusammen: "Der EVS hat den Zeitplan vorgegeben, die Probleme sind angesprochen und thematisiert. Es existieren verschiedene Fördermöglichkeiten, den Prozess zu beschleunigen."

Zum Thema:

Auf einen Blick Bei der Info-Veranstaltung "Der Mandelbach - Gewässerqualität und Möglichkeiten der Verbesserung" saßen auf dem Podium: Ralf Hasselbach (EVS), Angelika Meyer (Universität des Saarlandes ), Gerhard Mörsch (Saarpfalz-Kreis), Steffen Potel (Bund), Adam Schmitt (Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz), Bürgermeister Gerd Tussing (Gemeinde Mandelbachtal); Moderator war Professor Peter Fischer-Stabel. ott