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„Menge-Bolcher“ Familiengeschichte auf 900 Seiten

„Menge-Bolcher“ Familiengeschichte auf 900 Seiten

Jede Menge Recherche und Fleißarbeit steckt in dem „Ortsfamilienbuch“. Das Autoren-Duo, Klaus Nagel und Christel Stahl, hat in jahrelanger Arbeit die Geschichten der Familien in Bliesmengen-Bolchen zusammengetragen.

Wenn an diesem Sonntag, 7. Dezember, um 16 Uhr im Foyer der Bliestalhalle beim "Menge-Bolcher Weihnachtsmarkt" der Verein für Dorfgeschichte Bliesmengen-Bolchen das Ortsfamilienbuch vorstellen wird, geht für Klaus Nagel eine gut zehn Jahre andauernde Arbeit zu Ende. Der 53-jährige Vermessungstechniker ist einer der beiden Autoren, die das Werk herausgegeben haben. Seine Co-Autorin, die 1942 geborene Bebelsheimerin Christel Stahl, betreibt wie Nagel seit langen Jahren Ahnenforschung . Beim ehemaligen Vorsitzenden des Vereins für Dorfgeschichte fing die Leidenschaft früh an. Bereits mit 18 Jahren forschte er in der Familiengeschichte . 2004 begann die Arbeit am Buch. Die intensive Phase startete vor sechs Jahren. "Man muss dran bleiben, sonst wird man nie fertig. Irgendwann muss dann aber auch Schluss sein", erklärt Klaus Nagel. Und ja, das Ganze kann zur Sucht werden, pflichtet ihm Christel Stahl lächelnd bei. Das 900 Seiten starke Werk sei eine Fortführung des Heimatbuches von 1980, welches zur 800-Jahrfeier erschien. Doch es geht hierbei weniger um die Geschichte, denn um die Familien. "Das Buch ist ein Datenverzeichnis", sagt Nagel. Die Angaben starten im 17. Jahrhundert, weil mit dem 30-jährigen Krieg überhaupt erst aufgezeichnet wurde. Grundlagen stellen meist die Kirchenbücher dar.

Schicksale der Auswanderer



Erst nach der Französischen Revolution wurden die Standesämter aktiv. Christel Stahl, erfahren durch das Heimatbuch Habkirchen, traf Klaus Nagel zufällig. Da die Aufbereitung von Daten eine mehr als aufwändige Sache ist, stellte die Software von Stahl eine große Hilfe dar. Schnell geht nämlich die Sucherei los. "Das ist wie ein Puzzle", sagt Stahl. Tausende von Stunden hat das Duo verbracht. Die meiste Zeit mit der Suche in Archiven. Getroffen haben sich die beiden eigentlich nur etwa zehn Mal in den letzten drei Monaten. Alles andere lief über E-Mail oder Telefon. Hilfe bekam Klaus Nagel von seiner Frau Monika, die Korrektur las. Die Finanzierung der Buchauflage mit 500 Stück stemmte der Verein.

Besonders aufwändig war die Recherche der "Menger" Auswanderer, die den Ort ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg verlassen hatten. Viele kamen gar nicht erst im gelobten Land an. Ein Schmankerl sind die Haus- und Utznamen, die ebenfalls verewigt sind. Ein neues Projekt hat man auch schon in Aussicht: Ein Häuserbuch, welches Auskunft darüber gibt, wer wo wohnte.

Das Buch ist für 30 Euro bei den Autoren oder dienstagsabends beim Archivabend des Vereins für Dorfgeschichte erhältlich. Info: Klaus Nagel, Tel. (0 68 04) 6968, E-Mail vfd.bliesmengen-bolchen@t-online.de.