Mandelbachtal wappnet sich vor Hochwasser

Dieses Thema geht uns alle an, auch das Mandelbachtal : Wenn elende Wassermassen die Häuser fluten

Mandelbachtal wappnet sich vor Hochwasser und Starkregen. Info-Veranstaltung mit vielen interessierten Bürgern.

Mit über 150 Bürgerinnen und Bürgern aus allen Ortsteilen war die Info-Veranstaltung der Rathaus-Verwaltung in Bliesmengen-Bolchen zu den letztjährigen Unwetterereignissen sehr gut besucht. Was hat die Gemeinde seither getan? Wie kann man sich als Gemeinde und Bürger künftig besser auf Überflutungen in Folge von Starkregen vorbereiten? Bisher haben sich Überflutungen zumeist auf die Gemeinden im Bliestal beschränkt. Größere Überflutungen liegen bereits ein Vierteljahrhundert zurück, schreibt die Verwaltung des Weiteren. 2018 waren dann Ortsteile weit ab von der Blies in den Nebentälern betroffen. Dabei gab es Schäden durch wild abfließendes Oberflächenwasser auch in Bereichen, wo man es bisher nicht erwartet hatte. „Der prognostizierte Klimawandel lässt befürchten, dass wir künftig öfters mit außergewöhnlichen Wettererscheinungen wie Dürren und Starkregen zu tun haben werden“, heißt es wörtlich.

Die Gemeindeverwaltung ist in der Zwischenzeit nicht untätig geblieben. Petra Schößer-Werner, Leiterin der Bauverwaltung der Gemeinde Mandelbachtal, hat in einem Vortrag umfänglich darüber berichtet, was bereits alles an Schadensregulierung stattfand und was noch an Schadensaufarbeitung und Starkregen-Vorsorge weiter zu leisten ist. Nach einer ersten Bestandsaufnahme der Schäden und nach den ersten Maßnahmen an Aufräum- und Säuberungsmaßnahmen wurde mit den Wiederherstellungsarbeiten an Straßen, Wegen, Plätzen, Bachläufen und mit der Schadensbeseitigung an Gebäuden begonnen

Das Ingenieur-Büro Naumann und Saar wurde damit beauftragt, eine Gewässerbegutachtung im gesamten Gemeindegebiet durchzuführen und die kritischen Punkte wie Durchlässe und Einläufe an den Haupt- und Nebengewässern zu untersuchen. Michael Naumann erläuterte in seinem Vortrag die Ergebnisse seiner Gewässer-Begutachtung.

Weiterhin hat das Institut für Zukunftsenergie und Stoffstromsysteme IZES im Rahmen eines Förderprojektes „Klima Saar“ Starkregengefahrenkarten für die Gemeinde Bebelsheim und Bliesmengen-Bolchen erstellt und aufgezeigt, welche Effekte und Verbesserungen mögliche Maßnahmen zur Starkregen-Vorsorge bewirken können. Manuel Trapp von IZES stellte das Pilotprojekt für die Ortsteile Bebelsheim um Gräfinthal vor.

Im Anschluss erläuterte Christof Kinsinger vom Internationalen Betreuungszentrum für Hochwasserpartnerschaften, der im Auftrag des Umweltministeriums die Städte und Gemeinden im Saarland bei der Erstellung örtlicher Vorsorgekonzepte unterstützt, welche Ziele und Inhalte mit einem Vorsorgekonzept verfolgt werden. In dem Vorsorgekonzept sollen wirksame und wirtschaftliche Maßnahmen entwickelt werden, um sich künftig in allen Gemeinden besser vor Unwetterschäden zu schützen. Zentraler Bestandteil eines solchen Vorgehens ist die Beteiligung der Bevölkerung bei der Gefahren- und Problemanalyse sowie die Entwicklung von Lösungen und Maßnahmen.

Hier setzte dann auch die Kritik vieler Bürgerinnen und Bürger an, die sich in der Vergangenheit eben nicht auf Augenhöhe mit der Verwaltung und ernst genommen fühlten, sondern teilweise mit ihren Problemen und Vorschlägen allein gelassen wurden. Bei aller Kritik und Enttäuschung brachte es ein Bürger abschließend auf den Punkt: „Wir müssen nach vorne schauen und gemeinsam Vorsorge treffen, es kann uns eben jederzeit wieder passieren, auch bei den Gemeinden, die bisher Glück hatten und verschont blieben.

Bereits am 15. Dezember des vergangenen Jahres wurde die Gemeinde Mandelbachtal erneut mit einem starken Regenereignis, das jedoch nicht die Ausmaße wie in 2018 hatte, konfrontiert. Durch gute Vorbereitung und ein schnelles Reagieren von Gemeindeverwaltung und Feuerwehr hielten sich die Schäden in Grenzen, und die Auswirkungen des Starkregens haben die Gemeinde Mandelbachtal nicht mehr in solch großem Ausmaß getroffen (wir berichteten) Die Gemeinde Mandelbachtal hat gleich zu Beginn des neuen Jahres alles in die Wege geleitet, um einen Förderantrag beim Umweltministerium zur Erstellung eines Vorsorgekonzeptes für Starkregen und Hochwasser zu stellen und um vorab priorisierte und vorrangige Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen.