Männerballett als Talentschmiede

Bereits zum dritten Mal wird der Ommersheimer Karnevalsverein Die Sackschisser nicht von einem Prinzenpaar, sondern von einem Dreigestirn angeführt. Gefunden wurden die drei im Männerballett. Gemeinsam werden sie nun in der aktuellen Session bis Mitte Februar rund 15 Termine meistern.

Statt wie sonst üblich mit einem Prinzenpaar ist der Ommersheimer Karnevalverein Die Sackschisser (KVO) mit einem Dreigestirn in die Session gestartet. Es ist das dritte Mal, dass man mit einem Prinzen , einer Jungfrau und einem Bauer die Veranstaltungen begleiten wird. Bereits in den Sessionen 2000/2001 und 2007/2008 kam diese Alternative zum üblichen Paar aus Mann und Frau gut an. "Das sind drei vorzeigbare Mannskerle", meinte Florian Kempf, der erste Vorsitzende des KVO, im SZ-Interview.

Der Prinz war schnell gefunden

Dabei gestaltete sich die Suche nach Prinz Rüdiger I. (Klimbingat), Bauer Werner I. (Gambel) und Jungfrau Markus I. (Degro) zunächst gar nicht so einfach. Als "Talentschmiede" erwies sich hierbei wieder einmal das Männerballett, aus dem bereits die letzten vier Prinzen kamen. Bei dessen Familienfest im Oktober 2014 hatte man mit dem 56-jährigen Schulhausmeister Rüdiger Klimbingat zwar direkt einen Prinzen gefunden. Dessen Frau Ingrid kapitulierte jedoch wegen Lampenfiebers angesichts der ständigen Bühnenpräsens vor der Prinzessinnenrolle. Elferratspräsident Martin Ruffing "akquirierte" daraufhin Markus Degro. "Aber nur, wenn ich die Jungfrau machen darf", entgegnete der 50-jährige Kaufmann. Er durfte. Mit dem 53-jährigen Gusskontrolleur Werner Gambel war schnell ein weiteres Mitglied des Männerballetts für die Funktion der Jungfrau gefunden. Gambel erfuhr davon beim New York-Marathon, war gleich Feuer und Flamme und das "Ummaschummer" Dreigestirn war komplett. Vor allem die Kollegen vom Männerballett freuen sich, dass drei Tänzer aus ihren Reihen nun bis Aschermittwoch im Vordergrund stehen werden. Diese Begeisterung gilt vor allem Jungfrau Markus I., der Hebefigur der Männertanzgruppe. Degro sorgt nämlich immer wieder für Späße. Doch das ist nicht zwingend, da sich die drei Männer auch so - typisch für ein Dreigestirn - immer wieder gegenseitig auf die Schippe nehmen. Ein Spaß, der sich schnell auf andere bei den Veranstaltungen überträgt. So manch spontanen Gag wird es sicherlich bei den gut 15 Terminen, die man bis Mitte Februar besuchen wird, geben, versicherte das Trio. Einen Vorgeschmack erlebten die Narren bereits bei der Sessionseröffnung. Hinsichtlich der Aufgabenverteilung gibt es keine Unterschiede zum Prinzenpaar, versicherte Sackschisser-Chef Florian Kempf. Man müsse sogar organisatorisch weniger abstimmen als bei einem Paar. "Die Frauen müssen aber dahinter stehen", sagt Prinz Rüdiger I. Kempf gefällt vor allem, dass die Drei so unvoreingenommen und natürlich sind. Das käme auch im Ort gut an. "Ach Gott, die Drei, das wärd awwa kloor", sei ein Ausspruch, den er schon oft zu hören bekam. Ein Zeichen, dass man eine gute Wahl getroffen habe.