Lücken am Römerturm

Erfweiler-Ehlingen hat am Wochenende unter dem Motto „Rund um den Römerturm“ Dorffest gefeiert. Wegen der Sommerferien konnten nicht genug Helfer rekrutiert werden, sodass einige Stände wegfielen.

"So, wir müssen weiter. Da vorne ruft der Flammkuchen", hat Bernd Stief gerade eben seinem Arbeitskollegen mit großer Vorfreude zum Abschied gesagt. Er schaute Sekunden später verwundert aus der Wäsche, als er am Ende der Straße am Römerturm gähnende Leere vorfand. Stief und seine Freundin sowie ein befreundetes Pärchen waren am Samstagabend wie jedes Jahr wegen des leckeren Gerichts, welches sonst am Stand der AG Kinder und Jugend im Dorf angeboten wurde, zum Erfweiler-Ehlinger Dorffest gekommen. Doch schräg gegenüber dem Toilettenwagen war nichts. Etwas weiter vorne befanden sich stattdessen das Zelt und der Essensstand der Freiwilligen Feuerwehr. Diese hatte dieses Mal ihren gewohnten Platz vom Anfang der Straße verlassen und sich mit dem Förderverein des Fußballclubs zusammengetan. Dafür war die Bühne, auf der am Samstagabend etwa die Saarlouiser Band Roomservice auftrat, größer und bot den Festbesuchern davor mehr Platz zum Feiern. "Schade. Jetzt müssen wir umdisponieren", sagte der Flammkuchen-Fan im SZ-Gespräch, nachdem er sich schon über die Leere am Festeingang, wo sonst die Feuerwehr am Alten Schulhaus residierte, aus Richtung Rubenheimer Straße gewundert hatte. "Die AG Kinder und Jugend wird im kommenden Jahr wieder dabei sein", beruhigte Ortsvorsteher Michael Abel. Wegen der Schulferien konnte man dieses Jahr nicht genügend Helfer rekrutieren, so Abel. Dafür war die Arbeitsgemeinschaft aber mit dem Förderverein der Arnold-Rütter-Schule am Sonntag auf dem Fest vertreten, als man ganztägig Kinderbetreuung angeboten hatte. Für den Neuortsvorsteher war das 33. Dorffest mit dem Motto "Rund um den Römerturm" in einem Punkt eine Premiere: Der Fassanstich war nicht nur sein erster im neuen Amt, sondern auch der erste überhaupt. Dafür gelang Abel das Anschlagen trotz sichtbarer Anspannung mit Bravour.

Zuvor hatte er seinem Vorgänger Benno Bubel für die Organisation der 33 Dorffeste gedankt.

"Einerseits finde ich das Angebot an Essen mittlerweile etwas überschaubar hier. Andererseits muss ich sagen, wo kriegen sie denn beispielsweise Wildlyoner oder Wildbratwurst auf einem Dorffest angeboten?", meinte Lisa Boos, als sie am Stand der Reviergemeinschaft genüsslich in ihre Wurst biss. "Es ist schade, dass eine Bühne wegfiel. Da hatte man schöne Musik, und es war nicht so laut", bedauerte eine ältere Festbesucherin den Wegfall der kleinen Bühne gegenüber der alten Schule genauso wie das herbstliche Wetter, das insbesondere am Sonntag arg frisch war. "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung", sagte ihr Begleiter, der sich vom Feiern nicht abbringen lassen wollte.