Unser Dorf hat Zukunft BliesmengenBolchen gewinnt Goldmedaille

Bliesmengen-Bolchen/Wittersheim · Das Dorf wurde Landessieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, erhält 4000 Euro und ist für den Bundeswettbewerb qualifiziert. Wittersheim gewinnt eine Silbermedaille (2000 Euro). Brenschelbach erhält einen Sonderpreis „Nachhaltige Entwicklung“ (2500 Euro).

Akteure und die Symbolfigur Ritter Bolch mit der Jury auf dem Fährmannsplatz an der Freundschaftsbrücke in Bliesmengen-Bolchen. Im Vordergrund die Drehorgelspielerin Susanne Drews.

Akteure und die Symbolfigur Ritter Bolch mit der Jury auf dem Fährmannsplatz an der Freundschaftsbrücke in Bliesmengen-Bolchen. Im Vordergrund die Drehorgelspielerin Susanne Drews.

Foto: Wolfgang Degott

Über fünf Stunden wurde die elfköpfige Landesjury unter der Führung von Isabelle Ginsbach, Leiterin des Referates „Agentur ländlicher Raum, Heimat und Landeskunde“ im Umweltministeriums in der Gemeinde Mandelbachtal mit jeder Menge Informationen versorgt, erlebte sie Emotionen und wurde ihr Engagement demonstriert. Nach den Erfolgen beim Kreiswettbewerb traten Bliesmengen-Bolchen und Wittersheim in der letzten Runde beim 27. Saarländischen Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gegeneinander an. „Ich bin geflasht“, so Timm Braun mit Tränen in den Augen beim Abschluss auf der Naturbühne. Stunden zuvor hatte er die die Kommission auf dem Festplatz hinter der Bliestalhalle mit dem Ritter Bolch (Jan Neumeier), der „Menger“ Symbolfigur begrüßt. Zuvor hatten die Kleinsten der Kita mit dem „Wir sind die Kleinen in den Gemeinden“ den gesanglichen Auftakt besorgt hatten. Bemerkenswert und beredtes Beispiel für den Dorfslogan „Wo jung unn alt sesammehalt“, war die Mitteilung, dass der rund 1800-Seelen-Ort über 36 Vereine verfügt, dass aber auch das Projekt konzeptionelle Gestaltung des neuen Dorfzentrums in die Tat umgesetzt werden soll. Mit der Kutsche ging es über den Allenberg rund ums Dorf, vorbei am Kapellchen und der alten Dorfkirche, wo heute auch Ausstellungen stattfinden. Lautstark empfingen die „Schlachtenbummler“ des örtlichen Sportvereins, der Fanclub L‘Orda Rossa 2020 die vorbeifahrende Jury, deren nächster Halt der Fährmannsplatz an der Blies war. Das Drehorgelduo Susanne Drews und Christian Naujks spielte, die „Ackermänner“, Inhaber der gleichnamigen Dorfbäckerei, kredenzten ihre Backprodukte, die Pizzeria Il Ritrovo verwöhnte mit leckeren Häppchen. Dass bis 1962 Fährbetrieb stattgefunden hat, die Freundschaftsbrücke 1989 gebaut wurde, aber auch die deutsch-französische Freundschaft gepflegt wurde, symbolisiert der hergerichtete Platz. Braun erinnerte an seinen Vorgänger Hans-Bernhard Faas, auf den viele Aktivitäten und Anstöße zurückgehen. Dort befindet sich die 1989 entstandene Freundschaftsbrücke nicht nur an der historischen Nahtstelle von Preußen, Bayern und Lothringen, sowie heute der Bistümer Metz, Trier und Speyer.