Analyse der Kommunalwahlergebnisse Ortsratswahlen in Mandelbachtal – SPD büßt gewaltig ein, CDU legt ordentlich zu

Analyse | Mandelbachtal · Bei den Ortsratswahlen in der Gemeinde Mandelbachtal haben die Wähler für eine deutliche Verschiebung von rot nach schwarz gesorgt.

09.06.2024, Rheinland-Pfalz, Schweich: Ein Mann wirft seine Stimzettel in die Wahlurne, um seine Stimmen abzugeben. In Rheinland-Pfalz findet Kommunalwahlen und die Europawahl am selben Tag statt. (zu dpa: «Wahllokale in Rheinland-Pfalz geschlossen») Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

09.06.2024, Rheinland-Pfalz, Schweich: Ein Mann wirft seine Stimzettel in die Wahlurne, um seine Stimmen abzugeben. In Rheinland-Pfalz findet Kommunalwahlen und die Europawahl am selben Tag statt. (zu dpa: «Wahllokale in Rheinland-Pfalz geschlossen») Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: dpa/Harald Tittel

Der große Verlierer der Kommunalwahl in der Gemeinde Mandelbachtal ist die SPD. Sie büßte nicht nur im Gemeinderat Mandate ein, sondern auch in den meisten Ortsräten. Trotz leichten Stimmenverlusts (0,48 Prozentpunkte) hielt sie in Ommersheim ihre drei Vertreter. Nur in Habkirchen legte sie von 31,62 auf 35,76 Prozent der Stimmen und von zwei auf drei Sitze zu.

Wegen eines Absturzes der Freien Wähler dort um fast zehn Prozent und ein Mandat ist sie dort nun sogar knapp stärkste Kraft. Ihr Spitzenkandidat Jörg Lück könnte damit FWG-Ortsvorsteher Michael Flieger beerben. Trotz deutlicher Verluste (von 54,22 auf 42,08) und dem Verlust eines Mandats ist sie auch in Heckendalheim weiter stärkste Kraft. Andreas Greß bleibt damit ebenso Ortsvorsteher wie Wendelin Lonsdorf in Wittersheim. Wobei dort die SPD sogar das derbste Minus hinnehmen musste: von 61,46 auf 44,71 Prozent. Sie liegt hier nur noch minimal hinter der CDU, verliert zwei Sitze. Künftig dürfte die Mehrheitsfindung dort also erschwert sein. Die CDU stellt wie die SPD vier Vertreter – aber auch die AfD kann einen Platz belegen und damit bei strittigen Themen Zünglein an der Waage sein?

Wo die SPD einbüßte, kann sich die CDU als großer Sieger fühlen. Sie legt fast überall deutlich zu, teilweise zweistellige Prozentpunkte und holt je ein Mandat mehr in Bebelsheim (jetzt 7), Bliesmengen-Bolchen (7), Habkirchen (3), Heckendalheim (2) und Wittersheim (4), sogar zwei mehr in Erfweiler-Ehlingen (4) und einmal drei: in Ormesheim. Dort stellt das Ergebnis die bisherigen Verhältnisse auf den Kopf. Die CDU hat im wichtigsten Ortsteil 21,6 Prozentpunkte gewonnen, die SPD 16,95 verloren.

Damit löst Elisabeth Theis (CDU) Denis Weigerding (SPD) dort als Ortsvorsteher ab. Es gibt aber auch einen Wermutstropfen für die CDU: In Ommersheim, wo die Gemeinderats-Fraktionschefin Carolin Usner-Reinhard Ortsvorsteherin ist, büßt sie ein Mandat ein. Auch wenn der Stimmenverlust nur 1,76 Prozentpunkte betrug. Die FWG hat diesen Platz erobert – durch ein Stimmenplus von 2,24 Prozentpunkten.

Die dritte politische Kraft auf Mandelbachtaler Ortsratsebene bleiben die Freien Wähler. In Bliesmengen-Bolchen und Heckendalheim legten sie stimmenmäßig leicht zu, ohne weitere Mandate zu gewinnen. In Ommersheim bekleiden sie nun einen Sitz mehr (2). Habkirchen indes ging verloren – von der stärksten Kraft (40,46 Prozent) zur schwächsten (31,40). Alle drei Fraktionen stellen dort drei Vertreter, die Mehrheitsfindung dürfte spannend werden.

Die Grünen durchbrachen einmal mehr in Ormesheim die Phalanx von SPD, CDU und FWG. Sie fielen allerdings von 15,95 auf 10,99 Prozent der Stimmen und ein Mandat.

Die Wahlbeteiligung war überaus hoch, außer in Habkirchen teils deutlich über 70 Prozent. In Wittersheim gaben gar 79,39 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.