Klanggewaltige Chormusik

Zu einer „Sinfonie der Lieder“ hatte am Sonntagnachmittag das große Orchester des Orchestervereins Harmonie Ormesheim eingeladen. In der katholischen Pfarrkirche St. Mauritius Ormesheim erwartete die Besucher zudem ein Auftritt des Kinder- und Jugendchores der Freien Waldorfschule Bexbach.

. Die katholische Pfarrkirche St. Mauritius Ormesheim war am Sonntagnachmittag Aufführungsort eines alles andere als alltäglichen Konzertes. "Sinfonie der Lieder" hatte der Gastgeber, das große Orchester des Orchestervereins Harmonie Ormesheim (OHO) die Veranstaltung überschrieben und damit nicht zu viel versprochen. Es gab unter der bewährten Leitung von Bernhard Stopp jedoch nicht nur Musikalisches zu Gehör. Wie Thomas Hafner, der erste Vorsitzende, zu Beginn erläuterte, sind Konzerte seit drei Jahrzehnten Alltag beim Mandelbachtaler Orchester .

"Immer wieder kommt was Neues", fasste Hafner zusammen. "Neu" war an diesem Sonntag, dass der OHO mit einem Jugendchor, in diesem Fall mit dem Kinder- und Jugendchor der Freien Waldorfschule Bexbach (Leitung: Michael Bernhardt), auftrat. Der Auftritt der Sopranistin Sue Lehmann rundete das Konzert ab. Dem Orchester stand der niederländische Komponist Jacob de Haan quasi indirekt mit seinem klanggewaltigen Werk Consolation ("Wer nur den lieben Gott lässt walten") zur Seite. Es war Gegenstand der Konzerteröffnung, die dem Besucher zeigte, dass der OHO seiner Richtung, anspruchsvolle Werke professionell aufzuführen, ohne dabei seiner Herkunft zu verleugnen, treu blieb. Dazu passte auch "Alternances" des erst kürzlich verstorbenen belgischen Komponisten André Waignein. Ruhig und besonnen offenbarte sich "Lux Aurumque", ein Werk des amerikanischen Komponisten Eric Whitacre.

Die Sänger aus Bexbach traten in der Kirche in besonderer Formation, nämlich als Rundadinella-Extrachor auf. Diese Formation entstand vor einem Jahr anlässlich eines Chorwettbewerbs. Zu den regulären Sängern gesellen sich langjährige Schüler hinzu. Der nicht alltägliche Name stammt vom einem alten Lied. In dieser Richtung bewegten sich die Walddorfschüler auch beim Konzert. "Der Weltenklang" von Peter Appenzeller nutzte man für die Eröffnung ebenso wie "Leise zieht durch mein Gemüt" von Felix Mendelssohn-Bartholdy . Einen besonderen Charme entfalteten die Stimmen, als man "La Terre est si belle" von Jean-Pierre Sabard aufführte. Helle Stimmen auf Französisch: Das hatte was.

Auch "Ein Stimm` beginnt am Abend sacht" (Siegfried Borris) machte klar, dass ein Kinder- und Jugendchor durchaus anspruchsvolles Liedgut beherrschen kann, ohne dabei verstaubt zu klingen. Höhepunkt des Konzertes war die Sinfonie Nr. 4 ("Sinfonie der Lieder") des niederländischen Komponisten Johan de Meij, die auch Namenspate der Aufführung war. Die Heusweiler Sopranistin Sue Lehmann vervollständigte nun die Musik des Orchesters und den Gesang des Chors. Die sechs Teile des Werkes bewiesen eine große Vielseitigkeit, die von Melancholie ("Ein Jahr ist nun verschwunden") bis zu Optimismus ("Liedchen des Harlekin") reichte. Das Publikum bedankte sich mit Bravo-Rufen, stehenden Ovationen und Zugabe-Wünschen. Letztere wurden durch den Schlusssatz des Werkes erfüllt.