Keine Windräder am Allenberg

Nach dem Gemeinderatsbeschluss zur Aufhebung des Flächennutzungsplans Wind im Mandelbachtal zeigt sich die Bürgerinitiative „Bliesmenger-Gegendwind“ vom Erfolg ihrer Arbeit überzeugt.

Die Bürgerinitiative "Bliesmenger-Gegenwind" kann eigenen Angaben zufolge "einen wichtigen Etappensieg gegen die Pläne eines Windkraftwerkes auf dem Allenberg in Bliesmengen-Bolchen verzeichnen". Der Gemeinderat Mandelbachtal hatte in seiner Sitzung vom 7. Dezember 2016 mehrheitlich bei drei Enthaltungen seine Pläne aufgegeben, am Allenberg in Bliesmengen-Bolchen einen Teilflächennutzungsplan für Windenergieanlagen aufzustellen (wir berichteten). Vorausgegangen waren zahlreiche Aktivitäten der Bürgerinitiative gegen die mitten im gemeindeeigenen Wald geplanten bis zu zwölf Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von über 200 Metern. "Die Informationsveranstaltung der Gemeindeverwaltung unter Federführung der Unternehmensberatung Argus concept GmbH hat das Ausmaß der Windkraftplanung vor Augen geführt und viele Bürger zum Widerstand bewegt", so die Sprecherin der Bürgerinitiative "Bliesmenger-Gegenwind", Beate Loschky. Nach dieser Veranstaltung hätten rund ein Dutzend Bürger aus Bliesmengen-Bolchen im April 2014 die Bürgerinitiative gegründet, um mit häufigen Montagsdemonstrationen, viel Aufklärungsarbeit und unzähligen Gesprächen mit Politikern aller Entscheidungsebenen bis hin zur Ministerpräsidentin gegen das für viele unvorstellbare Vorhaben der Gemeinde Mandelbachtal zu kämpfen.

"Wie sich jetzt zeigt, hat sich der massive Widerstand gelohnt. Maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg haben auch die sehr vielen persönlichen Einwendungen der Bürger und die Vorgehensweise des von der Bürgerinitiative beauftragten Rechtsanwalts, Professor Dr.Kröninger, der seinerseits meist die Interessen der Kommunen vertritt", sagte Jürgen Klingler von der Bürgerinitiative "Bliesmenger-Gegenwind". Nach Auskunft der Bürgerinitiative propagieren jetzt manche Ratsmitglieder einen "angeblich zu befürchtenden Wildwuchs an Windrädern im gesamten Gemeindegebiet".

Dies sei jedoch laut Beate Loschky und vieler Kommunalpolitiker eine eher unwahrscheinliche Option, da mögliche Investoren vor dem Hintergrund der an den realen Standortverhältnissen gescheiterten, mit Steuergeld finanzierten Planung, zurückschrecken dürften. Das "Planungsdebakel am Allenberg" in Bliesmengen-Bolchen habe eindrucksvoll gezeigt, "dass auch Bürgerinitiativen die Winkelzüge mancher Kommunalpolitiker sehr wohl durchkreuzen können". Folgerichtig wolle jetzt auch Ortsvorsteher und Gemeinderatsmitglied Hans-Bernhard Faas (CDU ), selbst ein vehementer Gegner dieses Windkraftwerkes, eine Rückverlegung der Pflegezone auf den Allenberg beantragen.

Diese war laut Bürgerinitiative in Vorbereitung der Windkraftpläne kurzerhand ohne Beteiligung der Öffentlichkeit auf Ormesheimer Bann verlegt worden. Die Bürgerinitiative und der zu deren Unterstützung gegründete Verein "Bliesmenger-Gegenwind e.V." sehen ihre Mission jedoch noch nicht als vollständig erfüllt an. Die Verantwortlichen könnten sich durchaus vorstellen, "weiterhin Widerstand gegen mögliche, unvernünftige Windkraftpläne auf dem Gemeindegebiet zu leisten, wenn Investoren versuchen sollten, wertvolle Natur und die Lebensräume von Menschen und Tieren der Windkraftindustrie zu opfern", heißt es in der Presseerklärung der Bliesmenger Bürgerinitiative.

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Hintergrund Mandelbachtals Bürgermeister Gerd Tussing (CDU ) hatte beim Neujahrsempfang der Gemeinde Anfang des Jahres erklärt, dass der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung im Jahr 2016 den Aufhebungsbeschluss für den Flächennutzungsplan Wind im Mandelbachtal gefasst habe. "Die Restriktionen, die sich aus den Abwägungen der Einwände und der Erkenntnisse in Bezug auf Vogelpopulation ergaben, kamen einer Verhinderungsplanung gleich, da die dann verbleibende Fläche der Windkraft substanziell nicht mehr genug Raum zur Verfügung gestellt hätte. Damit wird es keine Konzentrationsfläche für Windkraftnutzung geben", so der Bürgermeister. Es bestehe theoretisch wieder überall privilegiertes Baurecht, die 1000-Meter-Schutzzone zur Wohnbebauung falle ebenso weg, sagte Tussing. ert