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Kein Kindheitstrauma und keine Banalität ist vor ihnen sicher

Kein Kindheitstrauma und keine Banalität ist vor ihnen sicher

Mit ihrem aktuellen Mundartcomedy-Programm „Waddannoch“ hatte das Marpinger Duo Langhals und Dickkopp bei seinem Gastspiel im Haus Wulfinghoff in Gräfinthal die Lacher auf seiner Seite.

Oft erlebt man in der Kindheit etwas Dramatisches, was einem später nicht mehr richtig präsent ist. Und doch prägt dieses Erlebnis das eigene Alltagsverhalten. So ging es auch Jürgen Brill (Langhals), der am letzten Freitag zusammen mit Uli Schu (Dickkopp) im Gräfinthaler Haus Wulfinghoff auftrat. "Waddannoch" ist der Name des aktuellen Mundartcomedy-Programms der beiden Männer aus "Märrrbinge" (Marpingen). Zum dritten Mal traten sie in Gräfinthal im Rahmen der Reihe "Gräfinthaler Vierjahreszeiten" der Gemeinde und des Verkehrsvereins Mandelbachtal auf. Wieder ausverkauftes Haus und erneut geht es - scheinbar - um die Banalitäten des Alltags. Zurück zur Kindheit von Langhals (Keyboard/ Klarinette/ Gesang), der dank einer Verwandten ein Trauma mit sich rumschleppt. "Früher war mehr Tante" blickt er kritisch zurück. Bei ihm war es eine mit Warze und fünf Haaren auf der Oberlippe, die ihn durch versehentliches Spucken so negativ prägte, das er mit 23 Jahren etwas unternehmen musste: die Konfrontationstherapie beim Zungenkuss. Immerhin stand die heutige Ehefrau vor ihm. Doch der Mann machte das Problem gleich zur Abschlussarbeit seines Lehrer-Studiums.

Da hat Dickkopp (Gitarre/Gesang) ganz andere Sorgen. Bei der "Nummer für Hochdeutsche" wird das Platt bis zum Gehtnichtmehr auf "Hochdeutsch mit Striefen" hochgepuscht, dass einem schnell die Tränen in die Augen schießen. Mamma bekommt für Weihnachten einen Kaffeevollautomaten geschenkt. "Eine, die alles kann", betont Schu. Also auch E-Mails verschicken und selbst einkaufen und so. Kurz: Das Ding geht nicht und erst Stunden später, nach dem die Gesellschaft "Brutze Willis" (Bruce Willis ) im TV gesehen hat, klappt's.

Doch die beiden Comedians können auch kritisch. Etwa, wenn sie feststellen müssen, dass das Smartphone im Bett dazu führt, dass das einzige, was dort steigt, der Umsatz der Frau beim Online-Schuhhändler ist. Oder, wenn sie sich mit dem "Eller gen" (Älterwerden ) befassen.

Weisheiten von Onkel Willi

Dumm nur, wenn man noch so viel vor und so wenig Zeit hat. "Sensemann, isch bin doch nicht gerischt" beschäftigt sich mit der harten Zeit im Lebensalter mit - Achtung! - zehn Jahren. Tosender Applaus und weiter geht's.

Gut, dass man da Idole hat wie Onkel Willi, der mit seinen 86 tagtäglich in seinem Puzzle-Zimmer die Nachbarschaft zum Problemerzählen empfängt und dann Lebensweisheiten erfindet. Also welche, die es bis dato noch gar nicht gab oder welche, die er abwandelt. Sein Motto "Än Flasch Bier am Dach schmeckt achh". Manchmal ist nicht direkt klar, ob Langhals Spaß macht oder Ernst. "Ihr müsst nicht klatschen. Wir sind hier nicht beim Blauen Bock", ruft er den Besuchern zu. Doch Spaß, uff. Er hat auch welchen, weil er für eine Sekunde für Irritation gesorgt hat.