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Keime im Trinkwasser durch Baumaßnahme?

Keime im Trinkwasser durch Baumaßnahme?

Noch einmal tagten die Gemeinderäte im Mandelbachtal zum Thema Trinkwasser. Denn einige Räte hatten bezüglich der Wasserprobleme in Bliesmengen-Bolchen und Habkirchen noch Redebedarf. So wünschten sich die Freien Wähler etwa klarere Aussagen.

Die Trinkwasserprobleme von Bliesmengen-Bolchen und Habkirchen standen unter anderem im Vordergrund der jüngsten Gemeinderatssitzung. Man könne grundsätzlich nicht von keimfreiem Trinkwasser sprechen. Wenn, sei damit keimarmes Wasser gemeint. Das verdeutlichte der anwesende Ray Harald Puth vom Saarbrücker Unternehmen Bacto Control.

Die Keimbelastung in den beiden Ortsteilen sei stabil und befinde sich auf einem geringen Niveau, so Puth. "Wir sehen nicht, dass es mehr werden würde", erklärte der Diplom-Biologe. Auch lebten Keime nicht im Wasser, sondern halten sich eher an den Rändern, wie etwa an den Rohren, auf. Die Hitze und die starken Niederschläge könnten Gründe für die Störungen gewesen sein, erläuterte er. Möglich sei auch, dass eine Baumaßnahme für die erhöhte Keimzahl gesorgt hat. Die genaue Ursache wird sich wohl nicht ermitteln lassen, meinte die ebenfalls anwesende Dr. Sigrid Thomé-Granz. Auch nimmt die Leiterin des Kreis-Gesundheitsamtes an, dass die Störung, nicht umweltbedingt sei.

Was viele nicht wissen: Auch bei einer Abwesenheit von zu Hause sind die Bürger verpflichtet, alle drei Tage die Leitung spülen zu lassen. Die Freien Wähler übten hingegen Kritik am Krisenmanagement und an der Kommunikation. "Jeder ging davon aus, vor dem 14. Juli hätte es keine Keime gegeben", meinte Peter Hack. Nun erwarten die Bürger keimfreies Wasser, so Hack.

Klarere Aussagen gewünscht

Klarere Aussagen auf dem Gemeinde-Flugblatt hätte sich auch FWG-Fraktionschef Gerhard Hartmann gewünscht. Eine Anordnung des Bürgermeisters, das Wasser abkochen zu müssen, hätte er sinnvoller angesehen, statt lediglich eine Empfehlung. "Wir haben unseren Job gemacht", entgegnete Gerd Tussing . Es habe gar eine telefonische Erreichbarkeit am Wochenende gegeben. Gerhard Hartmann (FWG) vertrat die Auffassung, Bürgermeister Tussing sei erst tätig geworden, als die FWG den Eilantrag auf die Sondersitzung des Rates gestellt habe. Die 13. Sitzung sei eine reguläre gewesen, entgegnete der Gemeinderatschef. "Ich fühlte mich sehr gut informiert", lobte Jens Welsch (CDU ) den Verwaltungschef. Ob denn die Probleme vermieden hätten werden können, wenn man schneller, besser oder anders agiert hätte, wollte SPD-Fraktionsvorsitzende Silvia Becker wissen. Ein eindeutiges "Nein" war die Antwort der Gesundheitsamts-Chefin. Auch, ob die Probleme möglicherweise das überalterte Netz als Ursache gehabt haben könnten, interessierte Becker weiterhin.

Das wäre möglich, jedoch würden solche Störungen auch bei neueren Leitungen auftreten, sagte Thomé-Granz. Ob noch weitere Gebiete gechlort worden sind, wollte Gerhard Hauptmann wissen. Das wurde von der Chefin des Kreisgesundheitsamtes ausdrücklich verneint. Eine Chlorung ohne Kenntnis der Bürger sei nicht erlaubt.