Fastnacht : Ein kleines Epizentrum der Fastnacht

In der ausverkauften Habkircher Narrhalla schossen beim KTV Blau-Schwarz die ersten närrischen Salven des Jahres in den Himmel.

„Herzlich willkommen im dritten Jahr unseres Nomaden-Daseins. Wir bleiben hier!“, verkündete Stefan Petry am Samstagabend in der an zwei Tagen ausverkauften Habkircher Narrhalla. Für den Chef des Kultur- und Theatervereins (KTV) Blau-Schwarz – Die Saarlänner gingen die Worte im Dorfgemeinschaftshaus leicht über die Lippen. So, als wäre der Ort seit Jahrzehnten das Epizentrum der Fastnacht. Dabei wollten die Blau-Schwarzen 2017 nur einmal hier Station machen und dann jedes Jahr woanders eine Sitzung abhalten. Quasi als Fastnachts-Nomaden. Daraus wurde nichts.

Und so kommt es, das Habkirchen – obwohl ohne Karnevalsverein – alljährlich zwei Abende im Winter Gastgeber des Saarbrücker Narrenclubs ist. Petry führte am Samstag für die erkrankte Carmen Guggenberger durchs Programm, die tags zuvor noch ansagen konnte. Büttenrednerin Lea Hünnefeld (KV Die Daarler Neukirchen) stand zum ersten Mal auf der Habkircher Bühne. Sie hatte das Leiden eines Schulkindes zum Thema. „Iss die Schniss faschmiat, es Glas fallt um, iss die gudde Laune rum!“, bilanzierte sie die Frühstückssituation. Denn zu Hause herrscht die Muttersprache: Der Papa hat nichts zu sagen.

„Isch bin halt nid se beneide. Als Schulkind muss isch ganz schön leide“, so der Refrain, den auch das Publikum schnell lachend mitsprach. Danach tobte der Saal und die erste Rakete wurde gezündet. „De Lädisch“ (Joachim Jomi Moser) war nicht so gut drauf. Stress mit der Gattin. Ein Heißluftballon, der vor ihm steht und reden kann, ulkte er wegen der Leibesfülle der Liebsten. Immerhin gab es bei ihm zu Hause die Weihnachtsgans nicht auf dem Tablett. Sie saß ihm vielmehr gegenüber. 66 Prozent der Männer können nach dem Sex nicht einschlafen, weiß er. Der Grund: Sie müssen noch heimfahren. Eine gute Grundlage für die Ehrengarde der Dengmerter Narrenzunft (Trainer: Petra Rumpf/Major: Mario Wachs), die für mächtig Stimmung sorgten.

Die Baustellen in Habkirchen sind nicht echt, hat „De Hausmeischda“ (Willi Jost) herausgefunden. Es handele sich vielmehr um eine Baumaschinenausstellung. Denn seit Jahren tue sich dort nichts, versichert der Mann, der sich im Auto nicht anschnallen muss, da er eh‘ nicht durch die Scheibe passen würde. Dabei hat er gerade neun Stents gesetzt bekommen. „Noch ähna meh und isch kriehn e Blitzableider uff die Kapp“, frohlockte der Komiker. Die Schautanzgruppe „Die Latzegallis“ des KTV Blau-Schwarz – Die Saarlänner (Trainer: Bettina Schwahn) wurde regelrecht gefeiert. Sie riss das Publikum mit ihren Bewegungen zu fetziger Musik regelrecht von den Stühlen. Nicht wenige standen auf ihnen, klatschten und feierten mit. Klar, dass da eine Zugabe her musste.