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Initiative wünscht weiter eine Befragung der Bürger

Initiative wünscht weiter eine Befragung der Bürger

In Sachen möglicher Windenergieanlage gibt es laut Mandelbachtaler CDU-Bürgermeister noch keine Lösung. Der Gemeinderat wolle sich eventuell noch im Dezember oder Anfang 2015 erneut mit dem Thema befassen.

Gerd Tussing musste die Bürgerinitiative (BI) "Bliesmenger Gegenwind" bei ihrer vierten Montagsdemo in der Bliestalhalle enttäuschen. Der Mandelbachtaler CDU-Bürgermeister hatte nach eigenen Aussagen keine neuen Erkenntnisse in Sachen möglicher Windenergieanlage dabei. Die Bearbeitung der über 400 Einsprüche dauere noch an. Vorstellbar sei, dass sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember oder Anfang 2015 mit dem Thema befasse. Sollten die Horstplätze für den Rotmilan amtlich sein, würden die sich daraus ergebenden Zwänge eine neue Situation schaffen und möglicherweise zu einem zweiten Offenlegungsverfahren führen. Tussing las auch das Schreiben der saarländischen Landesregierung vor, wonach diese es abgelehnt habe, die Zwei-Kilometer-Grenze von Windanlage zur Wohnbebauung einzuführen. Die Zuständigkeit liege nun bei der Kommune. Der Ratschef betonte, dass es nach wie vor keine Pläne und auch keinen Investor für eine Windkraftanlage gäbe.

Er bat ferner darum, Fragen schriftlich einzureichen, da es sich um ein laufendes Verfahren handele und er dem Vortrag des Ornithologen Rolf Klein nicht den zeitlichen Rahmen nehmen wollte. Klein sieht die Gefahr für den Rotmilan insbesondere in der Kollision mit den Rotoren der Windräder, die bis zu 200 Kilometer schnell sein könnten. Der Vogel habe keine Feinde und patrouilliere deshalb meist mit dem Blick auf Nahrung nach unten. Somit bemerke er die Gefahr nicht. Dies betreffe vor allem 86 Prozent der Altvögel. "Der Rotmilan hat ein erhöhtes Windkraft-Konflikt-Potenzial", fasste der Vogelkundler zusammen. Im Bereich der geplanten beiden Anlagen nahe dem Neuhof habe man drei Horste nachgewiesen, die fünf Jahre Bestandschutz haben, so Klein weiter. Demnach müsse eine artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt werden. Da ein Radius von eineinhalb Kilometern um den Horst als Richtwert gelte, würde für eine Windkraftanlage nur noch ein kleiner, unrentabler Bereich übrig bleiben. "Das ist ein ungeeigneter Streifen", meinte ein Besucher mit dem Fingerzeig auf die Karte.

Beate Loschky, die Sprecherin vom "Bliesmenger Gegenwind", erneuerte den Wunsch nach einer Sitzung eines politischen Gremiums der Gemeinde in Bliesmengen-Bolchen . Nach wie vor fühle sich die Bürgerinitiative unzureichend informiert und übergangen. Auch der Wunsch nach einer Bürgerbefragung wurde am Montagabend laut. Loschky sei skeptisch, wenn der Bürgermeister erkläre, dass die Fachleute der Gemeindeverwaltung sich die Einwände ansehen. "Das hat beim ersten Mal auch nicht geklappt", zeigte sich die BI-Chefin misstrauisch.