In Ommersheim wird das faszinierende Bridge gespielt

Bei diesem Spiel muss man sein Gehirn enorm anstrengen : Bridge – das vielleicht faszinierendste Kartenspiel der Welt

Die Königin der Kartenspiele begeistert auch immer mehr junge Leute. In Ommersheim gibt es ab kommender Woche einen neuen Anfänger-Kurs.

„Bei Bridge geht es nicht um Leben oder Tod. Es geht um mehr“, soll eine Bridgespielerin aus dem Sauerland einmal gesagt haben. Während Schach als Königin der Brettspiele gilt, ist Bridge die Königin der Kartenspiele. Bei vielen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass dieses komplexe Spiel nur von alten englischen Ladies bei Tee und Kuchen gespielt wird. Doch das ist nicht wahr. In der Bundesliga und an der Weltspitze spielen überwiegend Männer. Einer der international bekanntesten Bridge-Spieler und Weltmeister in diesem Spiel war der Schauspieler Omar Sharif. In Berlin hat vor wenigen Jahren die junge „Generation Hipster“ das Bridgespiel neu für sich entdeckt. „Bridge ist unglaublich vielfältig und eines der faszinierendsten Spiele, die es gibt“, sagt Christa Schackmann. Die ehemalige Lehrerin aus Ommersheim lehrt dieses Spiel seit Jahren und bietet regelmäßig Kurse an. „Mit Bridge kann man bis ins hohe Alter seine Freude haben. Eine über 100 Jahre alte Dame wurde vor einiger Zeit im monatlichen Bridge-Magazin interviewt. Sie hatte erst im Alter von 80 Jahren begonnen, das Spiel zu lernen und sagte nun, es habe sie fit gehalten“, erzählt Schackmann lächelnd. Dass Bridge weltweit das beliebteste Kartenspiel ist, liegt vermutlich an den einheitlichen Regeln, die in den 30er-Jahren entwickelt worden sind. Sozusagen ein Spiel ohne Grenzen. Hierzulande gibt es in mehr als 250 Städten über 450 Bridge-Clubs. Laufend kommen neue dazu. In Deutschland sind aktuell rund 26 000 Mitglieder im Bridge-Verband organisiert.

Bridge ist eine Art des Denksports, bei dem es um anspruchsvolle Strategien geht. Zudem ist das Spiel  sehr gesellig.  „Es wird niemals langweilig, nichts wiederholt sich, jede Partie ist anders“, sagt Christel Schackmann. Ob das stimmt, wollten wir selbst herausfinden und besuchten die Kursleiterin mit fünf ihrer Schülerinnen und Schüler im Ommersheimer Pfarrheim.

Dort erwarteten uns Helene Lenhart-Benz sowie Ilona und Michael Pazdziora aus St. Ingbert, Ingrid Barwinski aus Saarbrücken und Regina Schlösser aus Riegelsberg. Sie alle spielen hier seit einem oder zwei Jahren regelmäßig miteinander. „Wir haben uns mit dem Bridge-Virus infiziert und kommen nicht mehr davon los“, scherzt Lenhart-Benz. „Bridge ist ein Spiel, in dem man nie auslernt, das kann ich nach 40 Jahren Erfahrung mit Überzeugung sagen“, erklärt Schackmann.

Dann geht es los. Gespielt wird mit 52 Karten. Es spielen immer vier Leute in einer Runde. Die beiden gegenübersitzenden Spieler sind „Partner“ und spielen gegen das andere Paar am Tisch. Jeder hält 13 Karten in der Hand. Die  Lehrerin verfolgt die Partien mit ihren aufmerksamen Augen, beantwortet Fragen, gibt Tipps. Dann wird gereizt und gestochen und viel gedacht. Durch das Reizen mit zum Teil hoch komplizierten Techniken versuchen die Mannschaften, die Runde an sich zu ziehen. Dennoch wird während der Spielrunden erstaunlich wenig gesprochen. Ziel ist es, die angesagte Stichzahl zu erreichen. Das gegnerische Paar versucht das zu verhindern.  Am Ende jeder Runde, die etwa sieben Minuten dauert, wird viel gelacht und analysiert. „Wir bekommen manchmal auch Hausaufgaben auf“, erklärt Ingrid Barwinski lächelnd und deutet auf Papiere mit aufgedrucktem Regelwerk.

Als Training für das Gehirn soll Bridge hervorragend geeignet sein. Allerdings hat es einen kleinen Nachteil, wie die deutsche Vizemeisterin in einem Interview zugab: „Man kann die Königin der Kartenspiele nicht aus Anleitungen lernen. Besser ist es, man lernt das Spiel mit geübten Bridge-Spielern.“ Diese Möglichkeit bieten die Kurse der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Saarpfalz. In Zusammenarbeit mit der KEB Ommersheim startet am 16. September wieder ein zehnteiliger Anfängerkurs. Es entstehen lediglich Materialkosten in Höhe von 30 Euro. „Man sollte viel Lust am Lernen und am Denksport haben“, sagt Christa Schackmann. „Aber Vorsicht!“, warnt sie uns augenzwinkernd: „Das Spiel kann süchtig machen.“

„Bridge, das faszinierendste Spiel der Welt.“ - Am kommenden Montag, 16. März, beginnt bei der KEB ein neuer Anfänger-Kurs, jeweils montags von 17 bis 19 Uhr im Ommersheimer Pfarrheim (Pfarrer-Eberlein-Straße). Kontakt: Christel Schackmann, Tel. (0 68 03) 98 49 59. Gareth Bartley vom Bridge-Club „BC Saarbrücken ‚84“ ist unter Tel. (0163) 720 72 70 erreichbar. Im Internet:

www.bridgeclub-sbr84.de

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