In 80 Noten um die Welt

Eine musikalische Weltreise war am vergangenen Sonntag in der Bliestalhalle angesagt. Denn der Musikverein Bliesmengen-Bolchen hatte zu seinem Frühlingskonzert eingeladen. Das Motto dieser Veranstaltung lautete „Anker gelichtet“.

. Spätestens am Ende des diesjährigen Frühjahrskonzerts wurde dem Letzten klar, dass man sich beinahe auf einem Kreuzfahrtschiff befinden könnte. Aber eben nur fast. Passend zum Titel "Dinner Marsch", hatte man nämlich auf einem Servierwagen mit zwei Wunderkerzen die Geschenke für die Gastmusiker hereingefahren. Ok, nicht die übliche Rieseneisbombe, die Sascha Hehn im Fernsehen beim "Traumschiff" das gewisse Grinsen ins Gesicht zaubert. Aber immerhin. Auch sonst lies das Konzert des Musikvereins Bliesmengen-Bolchen am Sonntag in der überschaubar besuchten, dafür umso aufwendiger mit mediterranen Motiven dekorierten, Bliestalhalle wenig Wünsche offen.

Steuermann Michael Schmidt hatte das Konzert konsequenterweise unter das Motto "Anker gelichtet" gestellt. Der erste Offizier, Moderatorin Kathrin Mischo, führte durch das Programm, mit dem sich die Bliesmenger Musiker auf eine Weltreise begaben. Schon mit dem Verlassen des Bliesmengen-Bolchener Hafens und dem gleichnamigen Marsch wie das Motto, sprang die Begeisterung bei den Konzertbesuchern über. Zwar spielten in der Menger Traumschiff-Folge keine Promis mit, dafür gab es zwei Raritäten. Zum einen ein Querflötenensemble, welches den Klassikblock zum feierlichen Abenddinner des Luxusliners beisteuerte: Michael Schmidt, Verena Bender, Verena Schmidt und Alexandra Grandjean zeigten hier ihr Können, indem sie etwa Mozarts Kleine Nachtmusik zum Besten gaben.

Hinsichtlich der positiven Reaktionen des Publikums war dies eine gute Grundlage für den Auftritt einer weiteren Gruppe, nämlich des Saxofon-Quintetts, bestehend aus Michael Schmidt, Norbert Winter, Klaus Schild, Christiane Schmidt und Michael Lagaly. Die fünf Musiker hatten auch mit ihrem Outfit den perfekten Stil getroffen. Schwarzer Hut zum dunklen Anzug mit weißem Hemd.

Gänsehautfeeling inklusive

Vollends begeistert war das Publikum über das Lied im Zielhafen New York, als das Orchester den Udo Jürgens-Klassiker "Ich war noch niemals in New York" spielte. Da war der weiße Bademantel bei den Saxofonisten Christiane Schmidt und Michael Lagaly genauso obligatorisch wie das Gänsehautfeeling.

Mit dem Marsch "National Emblem" legten Musiker dann wieder ab und befassten sich mit dem 1957 gegründeten Duo Simon and Garfunkel. Beim Medley gab es Evergreens wie "Mrs. Robinson" und Bridge over troubled water" zu hören. Da konnten die Musiker zeigen, was in ihnen steckt, was mehr als gut gelang. Insbesondere überzeugte hier Drummer Tobias Schild. Da wunderte man sich nicht über "Bravo!"-Rufe. Auch der Platz zwei der Begeisterungshitparade, "Brasil Tropical", ließ nicht lange auf sich warten. Am Ende ließ man auf dem Kreuzer die musikalischen Höhepunkte Revue passieren, ehe mit dem Nebelhorn die letzte Zugabe begann.