Im Hochzeitsanzug durch Schlamm

Noch anstrengender, aber auch noch mehr Spaß. Die Teilnehmer beim Heggestorze-Crosslauf waren am Wochenende wie die Organisatoren zufrieden. Viele Läufer kamen kostümiert, darunter war sogar ein Brautpaar mit Anzug und Schleier.

Am Sonntag herrschte im beschaulichen Heckendalheim wieder einmal der Ausnahmezustand. Die seit Mai 2013 selbstständigen Heggestorze-Renner hatten zum vierten Mal zu ihrem Heggestorze-Biosphären-Crosslauf eingeladen. Erstmals war der Start-Ziel-Bereich aufgrund des Sportplatzneubaus auf dem Dorfplatz. "Wir hatten samstags bei den Nachwuchsläufen und sonntags bei den älteren Teilnehmern insgesamt 380 Teilnehmer vor Ort und waren mit dem Ablauf sehr zufrieden", sagte Heggestorze-Pressesprecherin Susanne Kölling.

Die Spaß-Läufe durch Wald und über Wiesen hinweg und mit Schikanen werden von Jahr zu Jahr beliebter. Und immer mehr Teilnehmer lassen es sich dabei auch nicht nehmen, die anstrengende Strecke kostümiert anzugehen. So waren am Sonntag unter anderem zwei Nonnen und zwei unrasierte Dirndlträgerinnen unterwegs. Für Aufsehen sorgten auch ein Brautpaar sowie ein Junge, der trotz zwei gebrochenen Handgelenken mitlief.

"Müsste es noch öfters geben"

Die Läufer hatten die Auswahl zwischen einer 6,5 und 14 Kilometer langen Strecke. Auch wenn die Platzierungen aufgrund des Spaßcharakters eher zweitrangig waren, nahm mit Moritz Döllgast ein Teilnehmer den Lauf richtig ernst. Der bekannte Orientierungsläufer von der TV Oberbexbach erreichte auf der langen Distanz nach 1:01,36 Stunden die Ziellinie. "Für mich war das vor dem Junioren-Cup am kommenden Wochenende in Belgien die letzte Belastungsspitze", sagte der 19-jährige Nationalläufer. Er meinte: "Solche tollen Läufe müsste es noch öfters geben. Die Strecke war anspruchsvoll und gut ausgeschildert. Das war mein erster Hindernis-Lauf überhaupt. Die Anforderungen waren dabei ähnlich einem Orientierungslauf, wo es ja auch über Bäche und Sträucher hinweggeht.

Etwas langsamer ließ es das Brautpaar angehen. Christine (33) und Michael Port (35) aus Biesingen hatten 2001 geheiratet. "Seit dieser Zeit hat mein Hochzeitsanzug unbenutzt im Schrank gehangen. Und vor diesem Fun-Lauf war ich dann auf die Idee gekommen, ihn noch einmal einer Verwendung zuzuführen", sagte Michael Port. Er trug seine Frau unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer über die Ziellinie. "Gegenüber dem letzten Jahr war der Lauf anstrengender, hat aber auch noch mehr Spaß gemacht. Lediglich die Heuballen zum Drüberklettern habe ich dieses Mal vermisst - und vielleicht ein Bier am Verpflegungsstand wäre auch nicht schlecht", sagte der 35-Jährige laut lachend.

Zäher Zwölfjähriger

Marvin Ihl zeigte sich im Gelände besonders zäh. Er absolvierte das Rennen sogar mit zwei gebrochenen Handgelenken. "Das ist am letzten Montag bei einem Sturz in der Schule passiert. Unterwegs hat nur einmal kurz die linke Hand wehgetan, ansonsten ging es gut", meinte der Zwölfjährige, der bei der SVG Bebelsheim-Wittersheim Fußball spielt und von Beginn an Stammgast beim Heggestorze-Lauf ist.

heggestorzelauf.com

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