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Herbstkonzert des Orchestervereins Harmonie Ormesheim

Orchesterverein Ormesheim : Mit „Harmonie“ quer durch fast alle musikalischen Gattungen

„Das ist heute für uns ein ganz besonderes Konzert“, sagte Tobias Walle am Sonntagnachmittag zu den Besuchern im Saal Niederländer. Der erste Vorsitzende des Orchestervereins Harmonie Ormesheim (OHO) freute sich nicht ohne Grund.

Denn es war für den OHO das erste Konzert seit fast zwei Jahren. Die letzte Aufführung war das Herbstkonzert im November 2019, die an gleicher Stelle stattfand. Damit nicht genug: Für das Jugendorchester war der letzte Auftritt sogar noch länger her. Die Nachwuchsmusiker standen an Muttertag, somit im Mai 2019, letztmalig auf der Bühne. „Das ist sehr, sehr an die Substanz gehend. Wir hatten ein ganzes Jahr lang keine Probe“, gab Walle zu bedenken. Die Bläsergruppe und die musikalische Früherziehung hatten zu Zeiten der Lockdowns auf Online-Unterricht umstellen müssen. Man habe Sorgen gehabt, dass es nicht richtig klappt. Doch diese waren, nach ein paar Anfangsproblemen, schnell aus der Welt. Der OHO probt nun wieder seit Sommer dieses Jahres. „Wir wollten möglichst schnell wieder ein Herbstkonzert machen“, erklärte der Vereins-Chef den vorverlegten Termin des Herbstkonzerts. Ein anderer Grund ist das Weihnachtskonzert, welches das Orchester am Dienstag, 21. Dezember, in der Saarbrücker Congresshalle geben wird. Deshalb brauche man mehr Zeit für die entsprechenden Proben. Die Besonderheit am vergangenen Sonntag: Einige der Musiker, vor allem beim Schülerorchester, waren noch nie zuvor auf der Bühne. Davon merkte man etwa bei der Bläserklasse (Leitung: Susanne Meyer) kaum was. Sie trugen unter anderem Beethovens „Ode an die Freude“ vor. Ein Stück, das vielen unter anderem aus dem ersten Lockdown, als Menschen auf Balkonen musizierten, in Erinnerung war. Das Schülerorchester (Leitung: Eva Burgard) setzte da seine Schwerpunkte bei Micky Maus und Freddie Mercury. Mittelalterliche Klänge, königlich anmutend, kombiniert mit staatstragendem Klang – so könnte man die Ouvertüre „Of castles on the wall“ beschreiben, mit der das Jugendorchester (Leitung: Eva Burgard) seinen Auftritt begann. Nicht, ohne sich dann zügig wieder in die Gegenwart, soll heißen, zu „Writings on the wall“ zu begeben. Dabei handelte es sich um die Titelmusik zum 24. James Bond-Film. Als dann Moderatorin Heike Engbarth „Imagine“ (John Lennon) als „Die Hymne der Friedensbewegung“ ankündigte, ging ein leises „Ahhhh…“ durch den Saal. Der Protestsong kam auch nach 50 Jahren noch mehr als gut an.

Die Begeisterung hielt auch dann noch an, als der Soul-Klassiker „I will follow him“ aus dem Film „Sister Act“ zum Besten gegeben wurde. Staatstragend und klanggewaltig eröffnete dann das große Orchester mit „Music for a Ceremony“ seinen Programmteil. Dirigiert wurde das Stück vom Vize-Dirigenten Alexander Degel. Eigentlich hätte „Theater Music“ (Philip Sparke) bei den diesjährigen Wertungsspielen auf dem Programm gestanden. Die Veranstaltung fiel bekanntlich aus.

Doch das Orchester nahm das Publikum dennoch zu den drei Sätzen ins Theater mit. „Fritz Steppke war sehr interessiert am Ballonfliegen“, rief Moderatorin Engbarth in Erinnerung. Aus dieser Leidenschaft entstand 1922 die Operette „Frau Luna“, deren Stücke wie „Schenk‘ mir doch ein kleines bisschen Liebe“ oder „Das ist die Berliner Luft“. Dirigent Bernhard Stopp kitzelte Foxtrott, Walzer und Märsche aus seinen Musikern raus, was dazu führte, dass am Ende „Bravo!“-Rufe zu hören waren. Eigentlich war der Titel 2020 für das Open-Air-Konzert „Klassik im Dorf“ vorgesehen. Warum das ausfiel, kann man sich denken. Die Veranstaltung soll im Sommer 2022 nachgeholt werden.

Mit der Filmmusik von „Kevin allein zu Haus“ heimste das Orchester erneut Bravo!-Rufe vom Publikum ein, die dann in eine Zugabe in Form von „I left my heart in San Francisco“ übergingen.