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Heibs Kreuz strahlt wieder in neuem Glanz

Heibs Kreuz strahlt wieder in neuem Glanz

Rund 9000 Euro hat die Renovierung von Heibs Kreuz gekostet, die auf vielfältige Art und Weise aufgebracht wurden. Landrat Theophil Gallo sprach bei der Einweihung von einer „Auszeichnung für Wittersheim und einer starken Gemeinschaftsleistung“.

Wenn man sich nicht des Denkmals in der Mitte der Saargemünder Straße angenommen hätte, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann eingestürzt und umgefallen. Das fast 200 Jahre alte Relikt war nicht im besten Zustand. Soweit kam es glücklicherweise nicht. Die Rede ist von Heibs Kreuz genau gegenüber dem Platz "Dorfmitte am Bach". Wobei der Name Heib mittlerweile nicht mehr ganz zutrifft. Inzwischen ist das Gelände, auf dem das Kreuz steht, im Besitz von Rüdiger Gehder. Am vergangenen Samstagnachmittag wurde das Kreuz nach einer umfassenden Renovierung eingeweiht.

Für Ortsvorsteher Wendelin Lonsdorf war das Gemeinschaftsprojekt "ein Bohren dicker Bretter", betonte er in seiner Rede. Gut 9000 Euro hat die Wiederinstandsetzung des Kreuzes gekostet. Ohne die Hilfe durch Spenden von Privatpersonen, Vereinen, Geschäften und Sponsoren, einer Haussammlung sowie dem Erlös diverser Veranstaltungen wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen. Fördermittel des Saarpfalz-Kreises, von Saartoto und der Aktion "Saarland zum Selbermachen" rundeten die Finanzierung ab. Im Sommer vergangenen Jahres wurde das Denkmal demontiert. Im Herbst stellten Mitglieder des Ortsrates und freiwillige Helfer das Fundament fertig. Im Dezember konnte eine Niederwürzbacher Firma die Endmontage durchführen. Heute ist der kniende Pilger auf dem Sandsteinwegekreuz, der auf einen früheren Pilgerpfad hinweist, wieder deutlich erkennbar. Auch die Anschrift, sie weist das Datum vom 18. Mai 1817 aus, ist wieder lesbar. "Wir bekennen uns zu unserer Tradition", nahm Bürgermeister Gerd Tussing in seiner Ansprache Bezug zur Entfernung von Kreuzen in saarländischen Gerichtssälen vor wenigen Wochen. "Das ist eine Auszeichnung für Wittersheim , eine starke Gemeinschaftsleistung", lobte auch Landrat Theophil Gallo die ehrenamtliche Maßnahme.

Starke Gemeinschaftsleistung

Das Ganze sei ein kleines, aber wichtiges Element und ein Stück lebendige Biosphäre. "Dieses Kreuz ist wie ein Bilderbuch", gab Kreisdenkmalpfleger Bernhard Becker seine Freude über die Renovierung kund. Das Zeugnis der Geschichte sei zudem ein Ausdruck tiefster Frömmigkeit. Dorfhistoriker Heribert Ochs erinnerte an den schlechten Zustand des Kreuzes und rief die Geschichte in Erinnerung. Das Denkmal wurde von Frauen gestiftet und markierte an dieser Stelle den früheren Ortsausgang. In der Nähe befand sich zudem früher die Mühle. Die näheren Umstände, weshalb es vermutlich gestiftet wurde, sind indes nicht bekannt. "Einige Namen geben der Geschichte ein Gesicht", sagte Ochs. Das Kreuz stand zuvor tiefer. Nun kommt es wegen der Erhöhung wesentlich besser zur Geltung.

Im kommenden Jahr wird es 200 Jahre alt. Pfarrer Ulrich Nothof nahm die Einsegnung des Denkmals vor. Der Musikverein Wittersheim-Bebelsheim unter der Leitung von Julian Sbarcea umrahmte die Feier.