Haiti-Hilfe im ausverkauften Saal

Ormesheim. Die Bilder der Erdbebenkatastrophe von Haiti sind jedem von uns noch in Erinnerung. Blankes Entsetzen und Hilflosigkeit waren die Reaktionen. Viele Menschen spendeten privat Geld. Andere überlegten, wie man mit Benefizveranstaltungen den Leuten helfen könnte

Ormesheim. Die Bilder der Erdbebenkatastrophe von Haiti sind jedem von uns noch in Erinnerung. Blankes Entsetzen und Hilflosigkeit waren die Reaktionen. Viele Menschen spendeten privat Geld. Andere überlegten, wie man mit Benefizveranstaltungen den Leuten helfen könnte. Der Lichttechniker Walter Braun und der Musiker Berthold Hemmen haben daraus die Idee geboren, sich zusammen mit zahlreichen Künstlern zu Gunsten der Haiti-Kinderhilfe stark zu machen. Am vergangenen Wochenende traten zwei Abende lang gestandene Bühnenprofis und vielversprechende Nachwuchskünstler im Ormesheimer Saal Niederländer unentgeltlich auf, um der sozialen Idee nachzukommen. Dabei freuten sie sich über die Unterstützung der Gemeinde Mandelbachtal und des Verkehrsvereines. Beide ermöglichten die kostenfreie Nutzung des Saales und die Übernahme der GEMA-Gebühren. Der Verkehrsverein hatte zudem auf sein Frühjahrskonzert im Haus Wulfinghoff verzichtet und stattdessen in den Saal Niederländer eingeladen. Ausverkauft! Das sprach an beiden Abenden für sich. Ohne große Technik, dafür aber mit Klavier- und Cajon-Begleitung, traten Freunde der Formation Chorwurm im ersten Teil auf. Zuvor hatte Kaffeehäusler Berthold Hemmen seine frühere Duo-Partnerin Steffi Bungart-Wickert wieder aktiviert und offiziell die Wiedergeburt des Duos "Carpe Diem" verkündet. Die Eisbrecherfunktion oblag Veronica Wirth. Der Teenager mit der samtweichen Stimme zeigte, das man TV-Casting-Shows nicht zwangsläufig braucht, um Menschen vom Können zu überzeugen. Schließlich hatte sie erst vor vier Wochen ihr Bühnendebüt gefeiert. "L-Ton Lampenfieber" alias Reinhard Lampelmann hatte die Begeisterung für so manchen Bublé-Titel auf seiner Seite. Klaus Hofmann inspirierte hingegen Margarethe Preiß aus Ballweiler. Wo der Kaffeehäusler ist, darf der Fishermen nicht fehlen: Axel Schweizer riss vor allem die weiblichen Besucher in seinen Bann, als er "Piano Men" von Billy Joel interpretierte. Zusammen mit Michael Müller am Cajon war dies bei "You" von Ten Sharp eine ganz besondere Note. "Rosarot und Grau" von Carpe Diem, Hemmens Eigenkomposition, führte bei treuen Fans vor allem dazu, dass man an manchen Tischen leise mitsang. Gänsehaut pur war da angesagt. Auch bei "Somewhere over the Rainbow", welches sich Christina Glockner vorgeknöpft hatte, war dies nicht anders. Viel besser als im Musical war "Halleluja", das Michael Müller auf der Gitarre im Ormesheimer Kulturtempel sang. Als die "deutsche Ausgabe von Charles Aznavour" wurde er angekündigt und machte dieser Beschreibung alle Ehre. Achim Breuer hatte mit seinen Reimen und auf Sächsisch die Lacher auf seiner Seite. Phil Allar verblüffte angesichts seines Könnens und seiner zarten 16 Lenze. Stehende Ovationen erhielt Claudia Knab für "Wie im Himmel". Am Schluss wurden gar stehend Feuerzeuge bei "We are the World" hochgehalten und eine Zugabe gefordert.