Mandelbachtal: Goldene Kehlen, Brücken zum Glauben

Mandelbachtal : Goldene Kehlen, Brücken zum Glauben

Bei der „Nacht der offenen Kirche“ in Bliesmengen-Bolchen gaben sich Mitwirkende aus der Gemeinde ein Stelldichein.

Die Nacht der offenen Kirchen ist seit über 15 Jahren an Pfingstsonntag deutschlandweit ein Begriff. 2017 beteiligte sich auch die Katholische Kirchengemeinde Heiliger Jakobus Mandelbachtal erstmals an der Nacht der offenen Kirchen. Statt am Pfingstsonntag ist man hier bereits einen Tag früher dran. In der Pfarrkirche St. Paulus in Bliesmengen-Bolchen gaben sich zahlreiche Mitwirkende aus allen Teilen der Gemeinde ein Stelldichein. Zwar war der Besuch in dem großen Gotteshaus vor allem wegen des parallel stattfindenden Pfingstfestes und des guten Wetters anfangs etwas überschaubar. „Das Programm war ruckzuck komplett. Es haben sich viele Vereine aus dem Ort beteiligt“, blickte Andrea Guckert im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Vor zwei Jahren sei es ein Versuch gewesen, so die Gemeindereferentin. Diesmal habe man schon etwas Routine. Und so ist das Angebotsspektrum von Jung bis Alt weit gespannt. Den Auftakt machten die Kleinen der Kita Bliesmengen-Bolchen, die die Kirche in eine Kindererlebniswelt verwandelten. Unter dem Titel „An Pfingsten in Jerusalem“ zeigten die Kleinen zunächst die Pfingstgeschichte. Dann luden sie mit Workshops zu einem bunten Spiel- und Bastelangebot ein, ehe Franz Niederländer mit seinem Orgelspiel zur Besinnung bat. Die Kirchenchöre aus Ormesheim, Bebelsheim und Bliesmengen-Bolchen hatten sich eigens zu einem stimmgewaltigen Projektchor (Leitung/Klavier: Franz-Josef Bleif und Frank Huppert) zusammengeschlossen und gaben unter anderem „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ (Johann Sebastian Bach) zum Besten.

„Ja, das waren die goldenen Kehlen unserer Pfarrei“, lobte sie Michael Becker, ebenfalls Gemeindereferent, danach, der zusammen mit Andrea Guckert die Moderation innehatte. Heidi Schütz von der Naturbühne Gräfinthal las die Kurzgeschichte „Anita“ von Godfried Bomans vor. Das kleine Märchen handelt vom Glück und der Sehnsucht einer Maikäfer-Dame. Es dürfte wohl das erste Mal gewesen sein, dass in der Menge-Bolchener Kirche getanzt wurde: Die Tanzgruppe der VHS Blieskastel (Leitung: Helge Baer) zeigte unter dem Titel „Pura Vida - Tänze aus aller Welt“ ihr Können. Die acht Frauen nahmen die Besucher auf eine tänzerische Reise mit nach Russland, Kroatien, Rumänien und in die Anden. Die Anwesenden wurden aufgefordert, nach vorne zu kommen und mit einer Kerze in der Hand, mitzutanzen. Das ließen sich einige nicht zwei Mal sagen. „Brücken zum Glauben“ hatte der Chor Coloured Voices (Leitung/Klavier: Frank Huppert) seinen Auftritt genannt. Die Sänger schlugen beispielsweise mit „Halleluja“ die Brücke zur geistlichen Musik, hatten aber auch den Klassiker für warme und weiche Stimmen im Gepäck: „Sound of Silence“.

Kerstin Büsch trug zwischendrin Texte zum Nachdenken vor. Eine gute Grundlage für die christlichen Melodien unter dem Titel „Halleluja“, die der Musikverein Bliesmengen-Bolchen (Leitung: Hans Peter Welsch) spielte. Die Pfarrer Fridolin Flieger und Ulrich Nothof steuerten Lesungen zum Programm bei, ehe die offene Musikgruppe der Pfarrei (Leitung: Tanja Zinke-Jung/Bernd Klasen) unter dem Motto „Wir singen dem Herrn ein Lied“ zum gemeinsamen Singen einluden. Den Abschluss bildete ein Taizé-Gebet des Liturgiekreises Bebelsheim.

www.mandelbachtal.de

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