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Generalprobe auf der Naturbühne Gräfinthal

Naturbühne Gräfinthal : Regen und Nässe bremsen „Landeier“ nicht

Generalprobe auf der Naturbühne Gräfinthal für das Erwachsenenstück mit viel Mundart. Am Wochenende steigen die beiden Premieren.

Dienstagabend kurz nach 19 Uhr: Auf der Naturbühne Gräfinthal herrscht ein wenig Betrieb. Doch es ist keine Vorstellung des Kultur- und Theatervereins Bliesmengen-Bolchen, die da gerade stattfindet. Auch ist der Zuschauerraum, bis auf ein paar Vereinsmitglieder und die Presse, gähnend leer. Gerade findet die Generalprobe der Komödie „Landeier“ statt. Dass diese überhaupt open-air stattfinden kann, war kurz vorher noch gar nicht klar. Am Vormittag erklärte Pressesprecherin Kristina Plitt noch gegenüber unserer Zeitung, dass man erwäge, in den Gastraum umzuziehen, da der Dauerregen einen Strich durch die Rechnung mache. Doch Petrus schien ein Einsehen zu haben. Zwar war es mit 16 Grad noch recht frisch und das Gras auf der Bühne noch genauso nass wie die Stühle der Zuschauer, doch: Hauptsache spielen.

Denn auch die Saison 2021 ist keine wie sonst für die Theatermacher von „Menge“. War man in den Vorjahren durch Unwetter und Starkregen stark „gebeutelt“, fiel 2020 alles wegen Corona aus. Ein finanzielles Desaster für den Verein, der auf die Eintrittseinnahmen angewiesen ist. Und jetzt kam, für die Theater-Leute sehr kurzfristig, das Okay amtlicherseits in Sachen Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Wegen der Ungewissheit, die die ganze Zeit über herrschte, habe man sich quasi „auf Verdacht“ online vorbereitet, um zeitnah loslegen zu können. „Wir haben am Ende dreimal die Woche live geprobt, um textsicher zu sein“, verriet auch Peter Bachmann, der bei den „Landeiern“ gemeinsam mit Michael Nagel Regie führt. Gerade eben hat er das Geschehen auf der Bühne, kritisch mit dem Textbuch in der Hand vergleichend, im Stehen von den vorderen Zuschauerreihen aus beobachtet. Mal zustimmend genickt und mal den Kopf leicht schief gehalten.

„Landeier“ ist von Frederik Holtkamp und spielt in diesem Fall in Bliesmolchbach. Ja, man ahnt es schon. Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Ortsnamen sind rein zufällig… Die drei Bauern Peter (Felix Nagel), Markus (Michael Nagel) und Paul (Peter Bachmann) sind einerseits voll drollig und gleichzeitig total verzweifelt: Es klappt nicht so recht mit der Frauensuche. Deshalb schmieden sie in der Kneipe von Nickel (Thomas Kohl) irrwitzige Pläne und schrecken dabei auch nicht vor modernen Methoden und zeitgemäßer Technik zurück. Natürlich auf saarländisch, pardon, auf „Bliesmolchbacher Platt“. Obwohl, Jaqueline (Claudia Moschel), die Schutz vor dem Gewitter in Nickels Pension sucht, spricht hochdeutsch. Auch die Vertretungs-Briefträgerin Gertrud (Alexandra Biehl), die dem Männer-Trio zusammen mit Jaqueline auf die Sprünge hilft, hat sich gegen Hochdeutsch ausgesprochen. Die Pläne der drei Herren, sich eine holde Maid an die Seite zu nehmen, glücken nicht ohne weiteres. Erst als Jaqueline und Gertrud aktiv ins Geschehen eingreifen, ändert sich das. Allerdings anders als erwartet und anders, als der Zuschauer zunächst vermutet.