1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Mandelbachtal

Gemeinderat Mandelbachtal kritisiert den EVS

Gemeinderat Mandelbachtal : Gemeinderat kritisiert Entsorgungsverband

Mandelbachtaler sind unzufrieden mit den Öffnungszeiten von Wertstoffhof und Grünschnitt-Deponie in Ormesheim. Diskutiert wurde über das weitere Vorgehen.

Der Antrag der SPD-Fraktion, eine Resolution gegen den Entsorgungsverband Saar (EVS) zu verabschieden, hat in der Sitzung des Gemeinderats Mandelbachtal teilweise zu hitzigen Debatten geführt. „Uns geht es darum, dass seit Eröffnung die Öffnungszeiten scheibchenweise reduziert werden. Die Bürger beschweren sich zu recht. Wir werden vom EVS abgehängt“, begründete Michael Abel den Antrag der Sozialdemokraten. Eine Rückkehr zur täglichen Öffnung findet sich in dem Papier ebenso wie eine Abkehr vom Dienstschluss um 15.45 Uhr. Hintergrund ist, dass der EVS die Öffnungszeiten der Deponie und des Wertstoffhofs sowie der Grünannahmestelle in Ormesheim massiv reduziert hat. Die SPD fordert mindestens einen Dienstleistungstag pro  Woche, an dem bis 17 Uhr offen ist.

Die Christdemokraten konnten die Empörung nur bedingt teilen und riefen in Erinnerung, dass man seitens des Gemeinderats vor gar nicht allzu langer Zeit den EVS mit der Durchführung der Grünannahmestelle für Mandelbachtal beauftragt habe. „Damals herrschten bereits reduzierte Öffnungszeiten. Die haben wir akzeptiert“, rief die CDU-Fraktionsvorsitzende Carolin Reinhardt in Erinnerung. „Mehr Personal bedeutet automatisch auch höhere Kosten. Man muss wissen, was man will. Die Bürgermeisterin soll verhandeln. Eine Resolution um der Resolution Willen bringt nichts“, so Reinhard weiter. „Die Resolution ist seit langem fällig. Picobello sammelt auf, was um die Deponie liegen gelassen wird, weil dort zu ist“, entgegnete Rainer Barth (SPD). Die Pausenzeiten sollten überschüssig durchgeführt werden. Das gehe bei anderen ja auch, so der Vize-Ortsvorsteher von Ormesheim. „Der EVS ist für uns da. Nicht wir für ihn“, so Barth weiter, der denkt, dass eine Resolution die Bürgermeisterin stärken würde.

Der Entsorgungsverband in Saarbrücken habe eine Lösung zugesichert. Diesem Konzept müsse noch der Personalrat zustimmen, berichtete Bürgermeisterin Maria Vermeulen (SPD) den aktuellsten Stand. „Es müssen kundenfreundliche Öffnungszeiten besprochen werden, sonst landet alles auf der Wiese und im Wald“, befürchtet Dominik Stolz (FWG).

Eine bessere Gesprächskultur vom EVS wünscht sich hingegen Wolfgang Anna. „Die Diskussion wird vom EVS provoziert“, glaubt der SPD-Politiker. „Der Antrag hat jetzt schon gefruchtet. Der EVS kommt von seinem hohen Ross herunter“, freute sich Michael Abel. Man solle aber das Gespräch der Rathaus-Chefin abwarten, forderte der Ortsvorsteher von Erfweiler-Ehlingen. Auch Timm Braun (CDU) aus Bliesmengen-Bolchen sah wegen der ausstehenden Gespräche derzeit keinen Handlungsbedarf. Deutlicher wurde da sein Ommersheimer Parteifreund Martin Wannemacher. „Nicht kommen lassen – Forderungen stellen und die Erwartungen der Bürgermeisterin beim EVS benennen“, forderte das CDU-Gemeinderatsmitglied. Maria Vermeulen führte Blieskastel als positives Beispiel an. Sie wolle Forderungen und keine Wünsche. Auch kann sie sich vorstellen, eine Befragung im Mitteilungsblatt durchzuführen, bei der die Bürger ihre Wünsche äußern können. Diese Idee stieß bei Wieland Eckhardt (CDU) auf totale Ablehnung. „Das weckt Erwartungen, die nicht erfüllbar sind, und es besteht das Risiko, dass der EVS uns kündigt und die Gemeinde personalisieren muss. Der Schuss kann nach hinten losgehen. Die Resolution ist zu früh“, befürchtet der Habkircher. „Ich komme mir vor wie ein Bittsteller, und das geht mir total gegen den Strich“, machte Manfred Dier (FWG) seinem Unmut Luft. Michael Abel bestand für die SPD auf einem Beschluss. Matthias Hofmann (CDU) forderte dazu auf, den Punkt Kostenneutralität mit in das Papier aufzunehmen.

Einstimmig wurde die Bürgermeisterin zu Gesprächen mit dem EVS aufgefordert, sie soll dabei die Unzufriedenheit mit den Öffnungszeiten artikulieren. Gleichzeitig forderte der Gemeinderat eine Verbesserung der Bürgerfreundlichkeit.