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Für Bürgermeister Gerd Tussing ist der Windkraft-Plan gescheitert

Für Bürgermeister Gerd Tussing ist der Windkraft-Plan gescheitert

Zwei Mal sorgten bei der dreifachen Ortsratssitzung Aussagen des Planungsbüro-Vertreters für Gelächter: Die geplante Windkraftanlage auf dem Allenberg steht auch nach Flächen-Verkleinerung weiter in der Diskussion.

Die Pläne für eine Windkraft-Anlage auf dem Allenberg erhitzen nach wie vor die Gemüter. Das war am Ende der gemeinsamen Sitzung der Ortsräte von Bebelsheim, Bliesmengen-Bolchen und Habkirchen am Dienstagabend eindeutig. "Der Hack hat mich gereizt", gab Hans-Bernhard Faas bei der Tagung in der Bliestalhalle offen zu. Der Ortsvorsteher von Bliesmengen-Bolchen sprach von E-Mails des Orts- und Gemeinderatsmitgliedes Peter Hack (FWG). Darin habe dieser ihn beschimpft. "Sie müssen ein anders Verständnis von Demokratie bekommen. Hier geht's um Mehrheit, nicht um Minderheit", ermahnte Faas den Vertreter der Freien Wähler.

Information über Einwände

Mit "Welchen Einfluss haben wir?", hatte sich Hack zuvor skeptisch zu Wort gemeldet und gemeint, der "Menger" Ortsrat sei bereits in der Vergangenheit überstimmt worden. Bei der öffentlichen Sitzung ging es zunächst darum, die Volksvertreter über die Bürgereinwände zu informieren. Matthias Habermeier, Geschäftsführer des Planungsbüros Argus Concept aus Saarbrücken, präsentierte unter dem Titel "Steuerung der Windenergienutzung in der Gemeinde Mandelbachtal" die Auswertung. Wichtigster Punkt: Die rund 440 Hektar anvisierte Fläche sollen auf 41,6 Hektar reduziert werden. Somit verringern sich die Pläne von ursprünglich 7,6 Prozent der Gemeindefläche auf 0,7 Punkte. Aus zunächst drei wurden am Ende 447 Bürgereinwände, die sich von April bis Juni 2014 gegen die Festsetzung des Flächennutzungsplanes aussprachen. Von 79 Trägern öffentlicher Belange (TÖB) hätten sich 14 zurückgemeldet, zog Habermeier Bilanz. Drei davon kamen aus Frankreich. Die Aussage des Argus-Concept-Vertreters, wonach auch mit Windrädern der Erholungswert in der Gemeinde erhalten bleibe, sorgte für Gelächter im Publikum. "Anhaltspunkte für Wertverluste der Immobilien gibt es nicht", versuchte Habermeier zu beschwichtigen. Auch hier schallte ihm Gelächter entgegen. Ohne den Bauausschuss und den Gemeinderat - die sich noch mit den Ergebnissen beschäftigen werden - übergehen zu wollen, zog Bürgermeister Tussing bereits Resümee. "Der Plan ist gescheitert", meinte der Ratschef. Mit der verbliebenen Fläche könne man nichts anfangen. Die Verringerung ergibt sich aus den Auflagen des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA), welche insbesondere Schutz für den Rotmilan fordere. Steffen Dick (SPD ) vom Habkircher Ortsrat versuchte bei der anschließenden Abstimmung zu verdeutlichen, dass es nicht um den Inhalt geht, sondern um die Frage einer erneuten Bürgerbeteiligung. Nach den neuesten Plänen sind Habkirchen und Bebelsheim außen vor. Die Ortsräte von Bliesmengen-Bolchen und Habkirchen stimmten alle einstimmig für eine zweite Planoffenlegung. Die Ausnahme: Bebelsheim. Hier stimmte Peter Hack dagegen. Gerd Tussing verwies darauf, dass es sich um einen Vorratsbeschluss handele, da erst noch der Gemeinderat am 11. März entscheiden müsse. "Unsere Skepsis vorab hat sich bestätigt", zog Beate Loschky von der Bürgerinitiative "Bliesmenger Gegenwind" Bilanz. Man sei auf die Unterlagen gespannt. Die Auswertung gehe ihr nicht weit genug.