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Freiwillige entfernen Misteln aus Bäumen in Mandelbachtal

Schmarotzer werden massenweise entfernt : Weg mit den (un)geliebten Biestern in den Bäumen

Freiwillige beteiligten sich an Gemeinschaftsaktion bei Bliesmengen-Bolchen zugunsten der Obstbäume, die man von Misteln befreite.

Misteln siedeln sich auf Bäumen an und ziehen sich als sogenannte Halbschmarotzer Wasser und zum Teil auch Nährstoffe aus ihren Wirten. Die Gefahr der Ansiedlung ist besonders hoch nach Trockenperioden, wenn Bäume geschwächt sind. Alten Gehölzen kann das zum Verhängnis werden. Darum hieß es kürzlich: „Freiwillige vor! Zum Mistelschneiden!“ Der Biosphärenzweckverband Bliesgau hatte zu der Freiwilligen-Aktion in der Nähe von Bliesmengen-Bolchen aufgerufen. Das tut er regelmäßig, denn es gibt immer etwas zu tun, wie zum Beispiel Äpfel ernten, Naturschutzgebiete pflegen oder – den heimischen Obstbäumen in Streuobstwiesen etwas Gutes tun und sie von Misteln befreien.

20 Helferinnen und Helfer folgten dem Aufruf. Mit dabei Harald Weyrich aus Schöneberg-Kübelberg. Als Naturliebhaber sei er schon oft bei solcherlei dabei gewesen, erzählt der Hobbyfotograf. „Ich bin gern in der Natur und mag es, Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen und gleichzeitig der Natur etwas zurück zu geben. Dabei lernt man auch eine Menge.“ Auch Silke Herrmann aus Rohrbach ist „Wiederholungstäterin“. „Ich habe vor einigen Jahren in der Zeitung davon gelesen und seitdem helfe ich, wenn es zeitlich machbar ist. Das macht einfach Spaß in der Gemeinschaft. Den einen oder anderen schönen Mistelzweig nehme ich als Adventsschmuck mit nach Hause oder verschenke ihn“ erklärt sie. Unter den Unterstützern sind auch Studenten, wie zum Beispiel Sven Clanzett oder Steffen Potel. Sie sind bei der Jugend der Umweltschutzorganisation BUND engagiert. Thomas Neu aus Saargemünd möchte, wie er schmunzelnd sagt, „die deutsch-französische Freundschaft pflegen“ und macht deswegen mit.

Viele unterschiedliche Motivationen, aber ein Ziel. Hand in Hand sägten so die fleißigen Helferinnen und Helfer unter Anleitung von Walter Rundstadler von Bliesgau Obst e.V. in zweieinhalb Stunden zehn Bäume frei. Vor der Aktion hatte Rundstadler mit den Eigentümern der Streuobstwiesen Kontakt aufgenommen und ihnen das Angebot gemacht, besonders befallene Bäume von den Misteln zu befreien. „Streuobstwiesen sind aufgrund ihrer Artenvielfalt von hoher ökologischer Bedeutung. Leider werden sie immer weniger genutzt und damit auch nicht mehr gepflegt. Oftmals können sich die Besitzer auch aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht mehr um ihre Bäume kümmen. Die Folge davon ist ein stetig zunehmender Befall mit Misteln, die derart überhand nehmen können, dass sie zum Absterben des Baums führen“ erklärt er und zeigt auf ein totes Gewächs. „Diesen Baum haben wir nicht retten können, aber wir haben ihn von den toten Ästen befreit, da der Stamm noch von einem Steinkauz bewohnt wird. So kann dieser noch einige Jahre darin nisten.“

Als die Kirchturmuhr in der Nähe zwölf mal schlägt, kommen die Freiwilligen langsam zum Ende ihrer Arbeit. Manche tragen ein paar schöne Exemplare der geernteten Misteln zu ihren Autos. Sie sind neben der Freude an der Gemeinschaft und dem erfüllenden Gefühl, etwas Nützliches gemacht zu haben, der Lohn der Mühe. Zum Abschluss gibt es noch ein gemeinsames Picknick. Anita Naumann vom Biosphärenzweckverband, die die Aktionen koordiniert, hat heiße Getränke, Brot, Käse und Wurst im Gepäck – natürlich alles regional. Da wird gemeinsam gegessen und gelacht. Nebenbei erfährt man noch etwas über den Bestand und die Pflege von Wildbienen. Und wer demnächst einen Mistelzweig über einem Türeingang sieht, sollte schleunigst für einen passenden Partner an seiner Seite sorgen, denn ein Kuss unterm Mistelzweig verheißt Glück und ewige Liebe.

Weitere Infos gibt es bei Anita Naumann vom Biosphärenzweckverband, Tel. (06842) 960 09 16, E-Mail: a.naumann@biosphaere-bliesgau.eu, oder direkt in der Geschäftsstelle des Biosphärenzweckverbandes Bliesgau in Blieskastel. Bei ihr kann man sich auch in einen E-Mail-Verteiler mit aufnehmen lassen. Bei Anmeldung werden den Interessierten dann regelmäßig die Termine und der genaue Treffpunkt der Aktionen mitgeteilt.