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Förderprogramm brachte tolles Ergebnis in Heckendalheim

Ein tolles Projekt, das den Ort zusammenschweißte : Gewaltige Eigenleistung – und es gab Geld

Förderprogramm zur ländlichen Entwicklung bringt tolle Ergebnisse. Als gutes Beispiel dient der Dorfplatz in Heckendalheim.

„Anfangs fragten wir uns, wie wir das stemmen sollten“, sagt Andreas Greß. Zwei Jahre lang schufteten Heckendalheimer Bürgerinnen und Bürger, um einen schmucken Dorfplatz anzulegen. 4300 Stunden wurden geleistet. Und der Ortsvorsteher resümiert heute, dass das eines der tollsten Projekte im Ort war. Zu verdanken ist der Platz letztlich den Heckendalheimern, aber auch den Förderprogrammen, die die Europäische Gemeinschaft und das Land für den ländlichen Raum vorhalten. Rund 135 000 Euro sind aus dem Förderprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raums ELER in das Projekt geflossen, weitere Zuwendungen aus anderen Programmen, so dass der Platz mit insgesamt 172 000 Euro gefördert wurde. Im Saarland wurden in der Förderperiode 2014-2020 im Rahmen aller Programme der Ländlichen Entwicklung insgesamt 480 Projekte unmittelbar vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bewilligt. Sie umfassen eine Zuwendungssumme von 22,24 Millionen Euro und lösten eine unmittelbare Gesamtinvestition von 37,46 Millionen. Euro aus. Somit bringt jeder Förder-Euro im Durchschnitt etwa das 1,7-fache an Investition und Wertschöpfung – zumeist für das regionale Handwerk- und Dienstleistungsgewerbe –, wobei indirekte Folge-Investitionen außerhalb der Fördermaßnahme noch gar keine Berücksichtigung finden.

Die Liste der bewilligten Projekte liest sich interessant – zu den abgeschlossenen Maßnahmen gehören neben dem Dorfplatz auch die Einrichtung von Hörtouren in der Biosphäre, die Jugendbeteiligung in der Biosphäre mit dem Projekt „Junge Biosphäre“, die Beschilderung der Gärten im Saarpfalz-Kreis, aber auch eine neue Becher-Füllanlage für die Bliesgaumolkerei.

Vor Ort kommt die Hilfe punktgenau an. Das bestätigt auch Ortsvorsteher Andreas Greß. „Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam geleistet haben. Ohne das Geld aus den Förderprogrammen gäbe es diesen schönen Platz so nicht, aber auch nicht ohne die Eigenleistung der Menschen aus dem Dorf.“ Das gemeinsam Geschaffte führt schließlich auch zu einem ganz starken Zusammengehörigkeitsgefühl. „Wenn wir abends hier gesessen haben und gesehen haben, was wir den Tag über geschafft haben, dann war es herrlich, gemeinsam noch eine Flasche Bier zu trinken. Diese Kontakte, diesen Zusammenhalt, den gibt es auch heute noch. Und wenn wir, hoffentlich bald wieder nach Corona, hier gemeinsam feiern, dann tut es gut, zu wissen, dass das wirklich unser Platz ist, den wir gemeinsam gebaut haben“, so der Ortsvorsteher.

Zu Recht können die Heckendalheimer stolz sein. Während früher wild auf dem Platz in der Dorfmitte geparkt wurde, präsentiert er sich heute mit schönen Natursteinmauern und dazu passender Verbundsteinpflasterung. Ein Brunnen mit Bachlauf bietet im Sommer eine Attraktion für Kinder. Gleich neben dem Platz haben die Heckendalheimer das alte Buswartehäuschen komplett erneuert, Geh- und Sitzstufen daneben wenden sich tribünenartig zum Platz. „Wir waren rund fünfzig Helfer, es gab Bürgerbefragungen, jeder war eingeladen, sich einzumischen. Und von jedem, der seine Ideen eingebracht hat, findet sich etwas auf diesem Platz“, schwärmt noch heute der Ortsvorsteher.

Die Pläne für Heckendalheim sind mit der Fertigstellung des Dorfplatzes aber noch lange nicht am Ende. Der Antrag, das Dorfgemeinschaftshaus zu modernisieren, ist gestellt. Die gute Nachricht dabei: Neuerdings fördern die Programme zur Stärkung des ländlichen Raums bis zu neunzig Prozent der Projektkosten. Bericht folgt.