Feuersprüche im Birkenhain

Bebelsheim. Die diesjährige Sonnwendfeier in Bebelsheim versprach schon im Vorfeld eine mystische Nacht zu werden; die Darbietungen der "Weinbergritter", der Gruppen "Waldläufer" und "Luminis Ignis", sowie des Ostpreußischen Volkstanzkreises Elch" übertrafen jedoch alle Erwartungen

Bebelsheim. Die diesjährige Sonnwendfeier in Bebelsheim versprach schon im Vorfeld eine mystische Nacht zu werden; die Darbietungen der "Weinbergritter", der Gruppen "Waldläufer" und "Luminis Ignis", sowie des Ostpreußischen Volkstanzkreises Elch" übertrafen jedoch alle Erwartungen. Die Tradition der Feier der Mittsommernacht, die seit 2002 wieder von den Heimatfreunden als altes Brauchtum aufgegriffen wird, wurde zu einem Naturerlebnis im Ambiente der Birkenhaine des Bebelsheimer Dorfplatzes und den neben liegenden Streuobstwiesen. Dass ein programmreicher Abend und eine mystische Nacht bevor stand, hatten die Heimatfreunde angekündigt. Eröffnet wurde das Fest mit dem Einmarsch der Teilnehmer mit dem Feuerrad. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Pressesprecher der Heimatfreunde, Arno Soffel, richtete auch der Mandelbachtaler Bürgermeister Herbert Keßler ein Grußwort an die Gäste und lobte das Engagement des Bebelsheimer Heimatvereins, der insbesondere mit der Sonnwendfeier weit über die Grenzen des Mandelbachtals auf sich aufmerksam macht. Die Salutkompanie des Schützenvereins Bebelsheim-Wittersheim "schoss das Fest mit vier Salven an". Dann trat der "Ostpreußische Volkstanzkreis Elch" ins Rampenlicht und praktizierte Brauchtum zum Johannisfest mit einigen Volkstänzen. Dabei wurden die Festbesucher in die Gruppentänze mit einbezogen, was nicht nur viel Spaß bereitete, sondern auch eine willkommene Aufwärmung bescherte, denn bei Temperaturen um die zwölf Grad war von sommerlicher Wärme kaum etwas zu spüren. Da ließen sich die Gäste der Bebelsheimer auch gerne die angebotene Auswahl an verschiedenen Schnäpsen munden. "Sonnenuntergang", "Nacht der Feuer", "Fackel", "Johannisblut", "Feuerzauber" und "Feuerwasser" ließen die äußeren Witterungseinflüsse schnell vergessen und schmeckten zudem auch noch sehr lecker! Im Laufe des Abends informierten die "Kultleiter" Volker Jacoby und Arno Soffel die Festbesucher über das alte Brauchtum der Sommersonnwende. Eine weitere Überraschung hatten die Heimatfreunde parat: In Bebelsheim trafen an diesem Abend alle vier Jahreszeiten aufeinander. Jede Jahreszeit wollte für sich in Anspruch nehmen, die schönste zu sein. Letzten Endes waren sich jedoch Fräulein Frühling (Judith Heß), Frau Sommer (Beate Lang), Knabe Herbst (Achim König) und Herr Winter (Gerhard Theis) einig, dass alle Jahreszeiten ihre schöne Seiten haben: "Wir sind uns alle einig hier, und wollen uns nicht streiten, als Jahreszeiten haben wir, viel reizvoll schöne Seiten!" Auch die von den "Weinbergrittern" und "Waldläufern" vorgetragene Schwertkampf-Show erntete großen Applaus. Gegen 22 Uhr startete dann das mystische Treiben mit viel Feuer rund um den Dorfplatz. Die Kultleiter veranlassten mit verschiedenen Feuersprüchen das Anzünden des großen Feuers. Hier gesellten sich zu den "Vier Himmelsrichtungen" die Kinder und Jugendlichen, die dem Einmarsch der Fackeln beiwohnten. Zuvor trug Heimatfreund Arno Soffel die Feuerrede vor. In einem Mundart-Reim machte er auf das Idyll des Bliesgaudörfchens aufmerksam. Dann näherte sich der Höhepunkt der Veranstaltung: Das Feuerrad, das von einem Feuerspucker angezündet wurde, wurde von vier mutigen "Waldläufern" über die Wiesen neben dem Festplatz gerollt. Anschließend bot die Gruppe "Luminis Ignis" auf dem Dorfplatz eine mystische Feuer-Show mit brennenden Ketten und Kugeln. Das begeisterte Publikum spendete Applaus. red