Erstes gemeinsames Konzert

Bliesmengen-Bolchen. Konzerte von Musikvereinen laufen meist nach dem gleichen Schema ab. Weicht ein Orchester von diesem Muster ab, wird man als Besucher hellhörig. So geschehen am Samstagabend in der Bliestalhalle in Bliesmengen-Bolchen. Dort fand das erste gemeinsame Konzert der Musikvereine aus Bliesmengen-Bolchen und Rubenheim statt

Bliesmengen-Bolchen. Konzerte von Musikvereinen laufen meist nach dem gleichen Schema ab. Weicht ein Orchester von diesem Muster ab, wird man als Besucher hellhörig. So geschehen am Samstagabend in der Bliestalhalle in Bliesmengen-Bolchen.Dort fand das erste gemeinsame Konzert der Musikvereine aus Bliesmengen-Bolchen und Rubenheim statt. Und damit war auch schon der erste Unterschied offensichtlich: Die Musiker aus Kleintirol und dem Mandelbachtaler Ortsteil sorgten angesichts der Zahl an Musikern für eine beeindruckende Klangstärke.

Doch der Reihe nach: Man spürte als Zuschauer schon beim Einzug der Musiker, dass an diesem Abend alles irgendwie anders sein würde: Während eine wenige junge Musiker alleine im Halbdunkel den Gerry Rafferty-Titel "Bakerstreet" spielten, kamen die übrigen Musiker schwarz-weiß angezogen auf die Bühne. Der Auftakt war perfekt.

In Kombination mit dem Saxofon-Solo von Lukas Schild war dies das erste Aha-Erlebnis des Abends. Doch damit nicht genug. Den Sinatra-Titel "My way" spielt manches Orchester gerne am Schluss. Nicht so in "Menge": Dort kam er gleich zu Beginn. Angereichert durch ein Saxofon-Solo von Sebastian Weber und dem gewissen Gänsehautfaktor, reihte sich der Welthit zusammen mit dem Dominguez-Stück "Perfidia" in eine Kette großer Klangerlebnisse ein.

Dirigent Hans-Peter Welsch, der die Gesamtleitung innehatte, bewies ein gutes Händchen für die Auswahl der Titel. Erinnerungen an die Siebziger wurden bei "A whiter shade of pale" wach.

Beim legendären Ohrwurm, der wie alle Programmpunkte charmant von Elisabeth Welsch als Moderatorin angekündigt wurde, war schnell Begeisterung beim Publikum spürbar. Dies steigerte sich auch bei "Liverpool sound collection". In diesem Medley war unter anderem "Let me be missunderstood" und "House of the rising sun" von "The Animals" enthalten. Hier überzeugte Christoph Leidinger mit seinem Trompetensolo.

Zu den Siebzigern zählt natürlich auch Peter Maffay. Sein Titel "So bist Du" inspirierte einige Musiker zum Schwenken von Wunderkerzen. Die Besucher goutierten dies mit "Bravo!"-Rufen. Auch als Anerkennung für das erneute Solo von Lukas Schild.

Das emotionsgeladene "Memory" aus dem Webber-Musical "Cats" kennzeichnete sich nicht nur durch zügige und ruhige Sequenzen, sondern vor allem durch ein Saxofon-Solo von Sebastian Weber. "Wir wollen niemals auseinander gehen", ist der Hit von Michael Jary. In einem Arrangement von Herbert Kahlenbach zeigten die beiden Orchester, dass ein solcher Gassenhauer keinesfalls dröge und langweilig sein muss. Hin und weg war das Publikum auch von so manchem Stevie Wonder-Titel und "Hallelujah" von Leonard Cohen.

Vor allem bei letzterem herrschte eine mehr als beeindruckende Klangharmonie. Michael Lagaly und Alexander Brettar (Trompeten) sowie Lukas Schild traten solo auf, ehe das Konzert mit zwei Zugaben endete, die sich das Publikum erklatscht hatte.