Gräfinthaler Vierjahrenzeiten : Sieben Frauen mit glasklarem Gesang

Das Ensemble Sy‘zan sang bei den „Vierjahreszeiten“ im Gräfinthaler Haus Wulfinghoff.

Schenkte man dem Chef des Verkehrsvereins Mandelbachtal am Freitagabend glauben, so lag er mit seiner Erwartung richtig. „Das ist heute ein ganz besonderer Hörgenuss“, versicherte Manfred Pfeiffer den Gästen im Haus Wulfinghoff. Dort trat im Rahmen der Reihe „Mandelbachtaler Vierjahreszeiten“ das Mannheimer Ensemble „Sy‘zan“ auf. Die sieben Frauen, eine war verhindert, hatten ihr neues Programm Nordisk im Gepäck.

Auffällig schon der Beginn des Konzertabends: Die Damen zogen von hinten nach vorne. Alle waren in Weiß, Beige und leichte Brauntöne gehaucht und trugen nur dezent Schmuck. Wenn lange Haare, so waren diese meist zusammengesteckt. Die vorwiegend weiblichen Zuschauer mittleren Alters spürten schnell, dass die Philosophie, skandinavisches Liedgut zum Besten zu geben, auch bei den Äußerlichkeiten gelebt wird. Und das A capella..

Für den Auftakt hatten die Frauen „Bruremarsj fra Sørfold“ und „Northern Lights“ ausgewählt. Letzteres stellt eine Mischung aus erotischen Liebeslieb und dem Nordlicht dar. Wer bislang mit dem Norden nicht ganz so viel anfangen konnte, war durch den Gesang in dessen Bann gezogen. Die Gruppe wechselte oft vom Norwegischen ins Finnische, Isländische, Lettische, Schwedische oder ins Dänische. Manchmal war man unsicher, dann wie bei „The Joiku“, hätte man auch meinen können, einen afrikanischen Gesang zu hören. Das mit den Füßen aufstampfen und die eigenartigen Laute führten schnell in die Irre. Doch das Stück stammt von der finnischen Komponistin Jukka Linkola.

Der glasklare Gesang offenbarte sich vor allem bei „Dindaru dandaru“, bei dem die Ideale von Mann und Frau mit einer Eiche verglichen werden. Wütende Klänge einer Frau über den ihr zugedachten Mann, mit dem sie nicht zufrieden ist, konnte man bei „Käppee“ hören. Er sei einfach „ein Waschlappen“, meinte eine der Sängerin in ihrer Anmoderation. Die Gefühlsbekundungen erinnerten den des Skandinavischen nicht mächtigen Zuhörer irgendwie an Schimpftiraden. „Schön!“, meinte dennoch eine Frau in Reihe zwei hinterher. Wer dachte, „Es waren einst zwei Königskinder“ sei ein deutsches Volkslied, lag daneben. „Sy‘zan“ sang es zwar dreistimmig auf Deutsch, doch es stammt aus Schweden. Das hinderte manche Konzertbesucher aber nicht daran leise mitzusummen.

Mit dem dänischen „Ramund“ präsentierten die Gäste aus der Kurpfalz eine Uraufführung von Dominik Johannes Dieterle. Viel geübt hätten sie und sich sprachlich beraten lassen. „Mit ,Skandinavisch’ sieht es bei uns mau aus“, gestand einer der Frauen bei einem schwedischen Volkslied. Ein tolles Klangvolumen zeigte die Gruppe bei „Kaipaava“ und bei „Butterfly“. Von Letzterem hätte man sich vor allem wegen des leicht poppigen Klangs mehr gewünscht. „Ein völlig anderes Konzert, als ich mir vorgestellt hatte. Aber, es war dennoch schön“, fand Johanna Behänntgen aus Homburg beim Hinausgehen.