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Ein Oldtimer der besonderen Art in Bliesmengen-Bolchen

Ein Kunstwerk, über das man schmunzeln kann : Ein Vorgarten-Blickfang der skurrilen Art

In Bliesmengen-Bolchen wird ein Oldtimer im Innern immer wieder mal fantasievoll „umgemodelt“.

Samstagmorgen in Bliesmengen-Bolchen. Im Auweg 25 steht noch das Frühstück auf dem Tisch, die vierköpfige Familie hat heute Zeit, freut sich auf gemeinsame Stunden. Und wir platzen gerade herein in diese gemütliche Idylle. Dingdong! Vater, Mutter, zwei Kinder – wegen nicht zu bändigender Neugier haben wir sie aufgesucht. Weil da etwas im Vorgarten steht, was die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich zieht. Ein Oldtimer in beige, Ford M 17, Baujahr 1969, prima in Schuss, mit einem rustikalen Anhängerchen. Der Herr des Hauses, Bernd Hautz, erzählt uns Näheres im Beisein der Ehefrau Sabine Schimpf-Hautz sowie den Töchtern Monja (5) und Fenja (10). Wer durch die Frontscheibe des Wagens schaut, erblickt zwei Schaufensterpuppen. Aber nicht die üblichen mit makellosen Figuren und Gesichtern, sondern ein Paar im fortgeschrittenen Seniorenalter. Für uns haben sie soeben mal die Gesichtsmasken abgelegt. Sie, auf dem Beifahrersitz, hat auch noch ein paar Lockenwickler im Haar, während er, mit Heinz-Becker-Batschkapp und Händen am Lenkrad, scheinbar mit dem Wagen durch die Gegend zockelt. Viel Fantasie braucht man dazu nicht. Fröhlich und entspannt, so sitzen sie da, die beiden betagten Menschen mit Namen Coroma und Coropa – der derzeitigen Situation angepasst. Ihnen kann nichts passieren, sie sitzen schließlich hinter Glas. „You‘ll never walk alone“ – Du wirst nie alleine gehen. Diese Worte zieren den linken Kotflügel ihres Wagens. Und wer will schon allein durchs Leben gehen?! Gerade jetzt, in dieser Zeit. Apropos allein: Die Familie erzählt, dass sie traurigerweise eine alte Dame beobachtet habe, die bitterlich weinte, weil an ihrem Geburtstag die Enkelkinder nicht zu ihr durften. Doch das ist ja nun glücklicherweise vorbei. Nebenbei erfahren wir noch bei unserem Besuch in Bliesmengen-Bolchen, dass auch schon mal die Blues Brothers im alten Vorgarten-Ford saßen und zu Halloween zwei gruselige Gestalten. Eine davon mit rotglühenden Augen, wie Fenja ergänzt. Auch das war ein Blickfang der besonderen Art.

Die Detailansicht des betagten Ehepaares im Auto. Foto: Hans Hurth

Bernd Hautz, als technischer Mitarbeiter ist er beim Unternehmen Ursapharm tätig, erzählt auch, dass man eigentlich mit dem Ford eine Sternfahrt zu vier Altenheimen in der Umgebung geplant habe, aber aus den allseits bekannten Gründen fiel sie aus. Nachholen kann man sie aber immer noch, denn: Es kommen wieder bessere Zeiten. Natürlich auch für die Senioren.