Drei Mann in einem Boot hinter der Naturbühne Gräfinthal

Naturbühne Gräfinthal spielt innewendzisch : Frauen-Vernascher und Charming-Girl

Am Freitag hatte die Komödie „Drei Mann in einem Boot“ im Gastraum der Naturbühne Gräfinthal Premiere. Die beiden weiteren Vorstellungen am kommenden Wochenende sind bereits ausverkauft.

Auch in diesem Jahr bleibt der Kulturverein Bliesmengen-Bolchen seiner Tradition treu, während des Winters im Gastraum der Naturbühne Gräfinthal eine Komödie aufzuführen. Dieses Mal ist es „Drei Mann in einem Boot“ von Jerome K. Jerome, die Bea Helmer übersetzt und bearbeitet hat. Letzten Freitag war Premiere.

Frauen-Vernascher Harry Burns (Felix Lauer) hat dem Hypochonder Joe Nesbit (Peter Bachmann), der unter der Trennung von Mary, die ihn verlassen hat, sehr leidet, eine Flusskreuzfahrt auf der Themse geschenkt. Eine Woche ganz unter Männern, das war der Plan. Doch der wird von Harrys Freundin, der attraktiven Lilly Graves (Claudia Moschel) torpediert. Sie taucht unerwartet auf und reist mit. Ihr Freund hat derweil andere Sorgen und will Joes Aussehen aufpimpen, was sich als eine große Herausforderung erweist. „Du siehst aus wie Prinz Charles auf Treibjagd“, ist seine frustrierende Einschätzung, da Joe nicht rafft, was Harry will. Als der Kumpel einen Schottenrock anzieht, kommt das auch bei Lilly an.

„Bei Männern in Kilt, werde ich immer ganz wild“, frohlockt Lilly mit Wimpernschlag und gibt ihm Flirttipps. Joe dreht sowas von mächtig auf und wird beim Ausgang zum schreiend komischen Hahn im Korb. Harry hat ein weiteres Problem: Auch seine Affäre Helen (Jolanda Staab) hat sich auf den Kahn geschlichen. Sehr stressig für den Fremdgeher. Doch das bringt noch mehr Komik und richtig Fahrt auf das Boot. Es kommt, wie es kommen muss: Das Ganze fliegt auf. Für Diskussionen bleibt keine Zeit, denn ein Mann auf der Flucht vor seiner ihn unterdrückenden Frau, flüchtet auf das Boot: Immobilienmakler George Warrington (Michael Nagel) hofft auf einen Neubeginn ohne seine bessere Hälfte Mildred. Joe bekommt eingeredet, er und Helen wären zusammen. Man könnte doch glatt auf die Idee kommen, das auch in die Realität umzusetzen. Ein Gedanke, den auch Helen prickelnd findet.

Das Charming-Girl hat derweil ein anderes Problem: Anzugträger George ist ihr Vater. Während Joe nach und nach männlicher wird und total auftrumpft, nähert sich auch Lilly an. „Wenn Frauen ausflippen, sitzt der Teufel hinten in der Ecke und lernt mal was“, kommentiert sie. „Ich bin doch nicht blass. Meistens unbraun“, nimmt sich der Boots-Womanizer Joe derweil selbst auf die Schippe. Doch es wird noch turbulenter und spannender. „Wir haben im Oktober mit den Proben angefangen und uns direkt in das Stück verliebt“, blickte Peter Bachmann bei der Generalprobe im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Er zeigt sich auch für das Bühnenbild verantwortlich. Das ist, statt wie sonst beim Boulevard üblich, kein klassisches Wohnzimmer, sondern passenderweise ein Boot. Hier sind die Kommandobrücke, die Kojen und das Deck.

Michael Nagel, der nicht nur den Pantoffelhelden George spielt, hat zusammen mit Felix Lauer die Spielleitung inne. „Es bleibt nicht mehr viel übrig. Wir haben vieles schon gespielt und einiges fällt auch wegen der kleinen Bühne raus“, blickt Nagel auf die Stückauswahl zurück. „Dafür sind wir näher am Publikum und kriegen die Reaktionen besser mit als auf der Freilichtbühne“, weist Mitregisseur Felix Lauer hin. Claudia Moschel und Jolanda Staab sind erstmals beim „Innewendzisch“ dabei. Alle weiteren Vorstellungen sind bereits ausverkauft.