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Die „Welt des Musicals“ in der Festhalle in Wittersheim

Show : Die „Welt des Musicals“ in Wittersheim

An zwei Abenden war die Festhalle ausverkauft. Das Programm wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

„Beim dritten Mal wird’s schon Tradition“, freute sich Moderator Jürgen Fuchs am Samstagabend, als er die Besucher von „Welt des Musicals 3.0“ in der wie auch am Freitagabend ausverkauften Wittersheimer Festhalle begrüßte. Zum dritten Mal bereits hatte die SVG Bebelsheim/Wittersheim ihre Welt der Tore und Punkte verlassen und stellte stattdessen Noten und Töne in der Vordergrund. Alle zwei Jahre nämlich mutiert der Sportverein zum Musical-Gesangs-Unterhalter, dessen Programm er selbst gestaltet.

Wie die Macher das hinkriegen, ist bislang nicht bekannt. Jedenfalls sprang auch dieses Mal bereits beim ersten Titel, passenderweise „Sei hier Gast“ („Die Schöne und das Biest“), der Begeisterungsfunke über. Jürgen Fuchs und Eva Sandschneider setzten hier vor allem auf perfekten Synchrongesang, während Neuzugang Karin Hennrich bei „Herrscherin der Welt“ („Romeo und Julia“) pure Romantik vermittelte. Bei den 18 Musicals, die in Wittersheim zum Leben erweckt wurden, kam der Aktivengarde des Karnevalsvereins Bebelsheim nebst Freunden (Leitung: Corinne Grolier) eine große Bedeutung zu. Etwa bei „Lass jetzt los“ („Die Eiskönigin“), bei dem die glasklare Stimme von Johanna Greff besonders in den Vordergrund trat. Die Tänzer agierten oft im Hintergrund und beeindruckten vor allem mit ihren Hebefiguren. Stellenweise wusste man gar nicht, wo man hinschauen sollte: Ob zu den Sängern oder den Tänzern. Ab und an fragte man sich auch, ob da nicht noch andere Sänger im Spiel waren, als die auf der Bühne. Richtig: Ein kleiner Backgroundchor aus denen, die gerade nicht sangen, rundete - wie bei „Heut‘ ist der Tag“ (Die drei Musketiere) - die Nummer ab.

Auch die Duette etwa bei „Tonight“ („West Side Story“), bei dem Jens Wagner und Eva Sandschneider die Szene gesanglich verdeutlichten, sorgten beim Publikum für tosenden Applaus. Die gleiche Reaktion auch bei „I want to break free“ („We will rock you“), bei dem Martin Eisler Freddie Mercury sang, um gleich danach mit Jennie Cloos den Joe Cocker („Up where we belong“) zu machen. Eisler war es auch, der bei „Tot zu sein ist komisch“ („Tanz der Vampire“) durch das gewisse hässliche Lachen als Vampir im Saal für Erheiterung sorgte. Nicht zuletzt deshalb, weil er Jürgen Fuchs und Jens Wagner versprach, von nun an vegetarisch leben zu wollen.

Beim Titelsong „Tanz der Vampire“ hatten alle Sänger die Stimmung soweit hochgetrieben, dass die Halle regelrecht kochte. Ein Titel stach völlig aus dem Programm, sorgte aber auch für eine tobende Halle und stehende Ovationen: „Amoi“ (Andreas Gabalier). Ihn sang Jürgen Fuchs, der von Sigi Schüssler mit der Gitarre begleitet wurde. Das Lied hatte Gabalier seinem Vater und seiner Schwester gewidmet, die sich das Leben nahmen.

Die Wittersheimer Musical-Macher können auch nachdenklich. „Sind die Sterne gegen uns?“ („Aida“) offenbarte, dass Martin Eisler und Jennie Kloos ein mehr als starkes Duo sind. Auch am Ende bei „Time Warp“ („Rocky Horror Show“) tobte die Halle und leitete eine Reihe von Zugaben ein. Eine Tradition ist vermutlich geboren.