Die Narretei in die Wiege gelegt

„Zwei richtige Partymäuse“ stehen an der Spitze der Ommersheimer Narren: Dominik I. und Sophie I., die mit 21 und 20 Jahren schon den Thron der Sackschisser bestiegen haben. Die beiden kennen sich seit dem Kindergarten und nennen die Bühne ihr Zuhause.

Der Karnevalsverein Ommersheim "Die Sackschisser" (KVO) hat in der aktuellen Session ein auffällig junges Prinzenpaar. Prinz Dominik I. (Nieser) und Prinzessin Sophie I. (Scheller) sind erst 21 sowie 20 Jahre alt. Im Gespräch mit den beiden Energiebündeln wird eines schnell deutlich: Der KVO hat den Generationswechsel eingeläutet. Auch mit dem diesjährigen Motto "Hüttengaudi", welches für Après-Ski-Atmosphäre steht, gehen die "Ummaschumma" Narren andere Wege. Das bedeutet nämlich, dass nicht das Karnevalsgewand im Vordergrund steht. Vielmehr Dirndl und Lederhose. So will man dem Partygedanken Rechnung tragen.

Ein Konzept, das aus der Reihe tanzt, bei der Sessionseröffnung aber bereits für eine Bombenstimmung sorgte. Die beiden sind im richtigen Leben kein Paar, sondern enge Freunde. Doch sie waren bereits - unabhängig voneinander - Kinderprinzenpaar und kennen sich seit dem Kindergarten. Die Narretei scheint ihnen also in der Wiege gelegen zu haben. Dominik Nieser weiß, wie es geht. Waren seine Eltern, Stefan (Literat) und Christine (Organisationsleiterin), schon das KVO-Prinzenpaar 2011/2012.

Klar, dass der Azubi für Kommunikation und Marketing, da bereits schon mit von der Partie war und sich etliches abgeschaut hat. Sophie Scheller ist bei den Sackschissern ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die Bankkauffrau ist Mit-Trainerin der Juniorengarde und verschiedener Funkenmariechen. Ihre Oma stand bereits in der Bütt. Der Vater ist beim Männerballett. "Hier kennt uns kennt jeder und hier ist es persönlicher", fasst Prinz Dominik I. die Situation zusammen. "Das sind zwei richtige Partymäuse", beschreibt sein Vater Stefan Nieser im SZ-Gespräch die Stimmung. Diese Begeisterung spürt man direkt. Und: Sie steckt an. Freunde glaubten zunächst an einen Witz, als bekannt wurde, wer das nächste Prinzenpaar wird. Es gratulierten gar Leute, die die beiden kaum kennen. "Wir ziehen uns modern an", sagt der Ommersheimer Prinz. Dazu zählt eine peppige Fliege und ein schimmernden Anzug. Auch damit dokumentiert man anderen Wind. Gleichzeitig haben die beiden auch Mut. "Die Bühne ist mein Zuhause. Uns ist kaum was peinlich", fasst Prinzessin Sophie ihr Credo zusammen.

Fastnachtsszene aufmischen

Auch die saarländische Fastnachtsszene wollen sie ein wenig aufmischen. Beim Prinzenfrühstück des Verbandes wollen sie zur Wahl des Prinzenpaares antreten und Herzblut statt Establishment vermitteln, indem sie das diesjährige Ommersheimer Motto auch hier transportieren. Rat hat man sich auch beim letzten Ommersheimer Prinzenpaar geholt. Somit sind sie umfassend vorbereitet.

"Wir freuen uns auf die Sitzung im Ort, bei den anderen Vereinen und auf den Umzug", sagt Sophie Scheller. Sie spielt, wenn sie nicht in die Fastnacht eingebunden ist, Fußball und Tennis. Letzteres ist auch die Leidenschaft ihres Prinzen. Ist so viel Gemeinsamkeit nicht hinderlich? "Überhaupt nicht. Und wir können uns auch mal was sagen, ohne, dass der andere gleich sauer ist. Das ist bei Paaren oft schwieriger", meint Scheller. "Man passt viel besser aufeinander auf", pflichtet Nieser ihr bei.