Naturbühne Gräfinthal „Die kleine Hexe“ hatte ihre Premiere

Gräfinthal · Das diesjährige Kinderstück auf der Naturbühne Gräfinthal bietet auch spannende Spezialeffekte.

 Die kleine Hexe (Irma Dietsch, ganz links) wird von den Hexen auf dem Blocksberg gestellt und muss sich vor der Oberhexe (Kathrin Wannemacher, Mitte oben) und dem Hexenrat verantworten.

Die kleine Hexe (Irma Dietsch, ganz links) wird von den Hexen auf dem Blocksberg gestellt und muss sich vor der Oberhexe (Kathrin Wannemacher, Mitte oben) und dem Hexenrat verantworten.

Foto: Jörg Martin​

Auf zahlreiche Effekte setzt der Kulturverein Bliesmengen-Bolchen mit seinem diesjährigen Kinderstück „Die kleine Hexe“ auf der Naturbühne Gräfinthal. Unter der bewährten Regie von Wilken Schütz kommt beim Preußler-Klassiker so manches Feuer oder die ein oder andere Pyrotechnik zum Einsatz. Das wurde bei der Premiere am vergangenen Samstagabend schnell klar. Ab und an „fliegt“ die kleine Hexe (Irma Dietsch) zügig über die Bühne, wo sie gerade eben noch am Hexenhaus stand. Doch zunächst ist ihr Pendant, der Rabe Abraxas (Thorsten Dincher), gar nicht so angetan von ihr. Ihr gelingt der ein oder andere Hexenspruch nebst erhoffter Wirkung nicht recht. So regnet es aus der Wolke dann Tannenzapfen, was Abraxas mit Buttermilch und weißen Mäusen gleichsetzt. Sie solle eben nicht an was Anderes denken beim Hexen, so das Federvieh. „Was man nicht haben kann, soll man auf dem Kopf tragen“, so Abraxas. Gar nicht so einfach, wo sie doch zu den anderen Hexen auf den Blocksberg möchte.

Doch dazu ist sie mit 127 Jahren noch viel zu jung. Dennoch schleicht sie sich bei den Hexen ein und wird auch schnell entdeckt. Die Konsequenz: Sie muss sich vor dem großen Hexenrat verantworten. Eigentlich wollte man sie zur Strafe mästen oder gar ins Feuer legen. Ein Glück, dass man davon absieht und sie von der Oberhexe (Kathrin Wannemacher) nur zur Prüfung in zwölf Monaten verdonnert. Das wird nicht einfach werden. Und: Sie muss auch ihren Besen abgeben. Schon hier hat die Muhme Rumpumpel (Heidi Schütz) sie auf dem Kieker. Die verfolgt sie in dem einen Jahr immer heimlich und denunziert sie später bei der Chefin. Doch zunächst braucht die kleine Hexe einen neuen Besen, den sie bei Pfefferkorn (Thomas Plitt) kauft und auf die richtige Länge hexen muss. Auch sonst ist sie recht sozial eingestellt. Da wird der Revierförster (Christian Mischo) freundlich gehext, der sich nun beim Reden verkrampft. Aus dem billigen Jakob (Noah Hieronimus) wird der glückliche Jakob. Thomas (Constantin Zieba) und Vroni (Tanja Lengler), die die kleine Hexe für Hänsel und Gretel hält, bekommen Taschengeld und einen vollen Pilzkorb gehext. Den Kindern hext sie ein Meer an Seifenblasen herbei, während sie dafür sorgt, dass der Ochse des Gasthauses „Zum Goldenen Ochsen“ nicht geschlachtet wird, um als Hauptpreis für den Schützenkönig herzuhalten. Zuvor treffen die Schützen irgendwie nicht. Dafür fallen das Gasthaus-Schild und der Blumenkasten. Woran das nur liegt?

In einem anderen Fall hext sie die Feuerwehr herbei, deren Auftritt alleine wegen des ulkigen Fahrzeugs für Lacher sorgte. Und am Ende wird ihr beim Hexenrat nachgesagt, sie sei eine schlechte Hexe, weil sie eine gute Hexe sei. Wie man es macht, ist es falsch. Also sinnt sie auf Rache und hext die Zauberbücher und Besen der anderen Hexen ins Feuer. Fortan hat nur noch eine Hexe die entsprechende Kraft: Sie selbst.

Weitere Mitwirkende: Hexen: Jasmin Azizi, Anna Lang, Michaela Jost, Athena Brill, Sarah Bachmann, Nathalie Dincher und Helena Braun; Töpfereiverkäufer (Toni Schütz), Würstchenverkäufer (Simon Hieronimus), Blumenmädchen/Kräx (Mara Rödel), Kinder: Leonie Maas, Bela Schmitz und Tom Mischo.