Kostenpflichtiger Inhalt: KTV Ormesheim : Das Beste aus 1000elf und einer Nacht

Der Kultur- und Theaterverein Ormesheim begeisterte mit seiner närrischen Motto-Show im Saal Niederländer.

„Wo ein Märchenonkel ist, da ist die Märchentante nicht weit“, sinnierte „Märchenonkel“ Peter Scheller am Samstagabend in seiner Moderation der ersten Fastnachtsschau des Kultur- und Theaterverein Ormesheim (KTV) im Saal Niederländer. „Alleh Hopp zur Fastnachtsschau im Märchenschloss des KTV“ lautet das aktuelle Motto. Dieses Mal galt es, „Das Beste aus Gesang, Tanz und Dummgeschwätz… im Märchenschloss aus 1000elf und einer Nacht zu präsentieren“. Zurück zur „Märchentante Klärche“ (Frank Hartmann). Die hatte ernüchternde Analysen aus dem Ormesheimer Rathaus parat. Nix mit da mit „Maria macht’s“, dem Wahlkampfslogan der neuen Bürgermeisterin. Maria Vermeulen habe keine Kohle, könne deshalb nichts machen und habe vor Verzweiflung mit dem Stricken angefangen, so Klärche. Und dabei ist es passiert: Die Rathauschefin stach sich in den Finger, fiel nebst Belegschaft in einen 100-jährigen Schlaf, was kein Unterschied zu vorher sei. Und am Ende küsst sie ein Prinz wieder wach: Ihr Vorgänger Gerd Tussing. Alles nur geträumt. Ungewöhnlich deutlich wurde der Büttenredner mit seiner reimenden Kritik an der AfD („Alternative für Deppen“), die er als „Nasenbohrerbande“ bezeichnete, und am Populismus. Großer Applaus, stehende Ovationen und Zugabe-Forderungen ließen nicht lange auf sich warten.

Andere Sorgen hatten da „Zwei Dummschwätzer“: Tasja Kempf und Tabea Blindauer. Erstere stand vor Gericht, weil sie zwei Pfälzer überfahren hatte, während die andere sich im Sprüche texten für Grabsteine versuchte. „Viele Märchen und Sagen stammen aus den Niederungen des Pfälzer Waldes“, erklärte Märchenonkel Scheller den Ormesheimer Narren. „De Pälzer“ (Frank Winkler) erklärte gleich zu Beginn: „Isch hann rischdisch guddi Laune heid. Mei Fraa is nidd do.“ Die sei nymphomanisch veranlagt. Ihm sei aber egal, ob sie klauen würde. Hauptsache sie gehe nicht fremd. Dafür verwechselt sie das Getränk Blue Curacao mit Glasreiniger und bereitet Cocktails mit dem Thermomix zu. Dann nimmt er lieber die Schildkröte mit ins Kino, was zu Missverständnissen bei der Frau auf dem Nachbarsitz führt, da das Tier ihr das Popcorn wegfuttert. Es war logisch, dass „De Pälzer“ neben einer Zugabe auch noch eine Rakete einheimste. „Habt ihr Lust auf eine märchenhafte Stimme?“, versuchte Peter Scheller die Stimmung hochzutreiben. Brauchte er gar nicht. Das ging auch so.

„Märchenonkel“ Peter Scheller moderierte am Samstagabend die erste Fastnachtsschau des KTV Ormesheim im Saal Niederländer. Foto: Jörg Martin
„Die Minnesänger“ (Leonardo Buttice, Tina Berresheim und Martin Eisler; von links) traten am Samstagabend bei der ersten Fastnachtsschau des KTV Ormesheim im Saal Niederländer auf. Foto: Jörg Martin
Sängerin Angela Branca mit Moderator Peter Scheller. Foto: Jörg Martin
Auch die Showtanzgruppe „Acht vor Elf“ huldigte dem orientalischen Motto der KTV-Sitzung. Foto: Jörg Martin
„Märchentante Klärche“ (Frank Hartmann). Foto: Jörg Martin

Eigentlich hatte sie nicht mehr vor mitzumachen und pausierte drei Jahre: Sängerin Angela Branca. „Sie hann misch gefroht. Isch kunnt jo nid nää sahn“, erklärte die Branca im Vorfeld gegenüber unserer Zeitung. Mit „Ein Bett im Kornfeld“ rockte sie innerhalb weniger Sekunden gekonnt den Saal. Wer das Ormesheimer Energiebündel kennt, weiß: Wehe, wenn sie losgelassen. Und so kam es auch. „Jetzt will ich alle Hände sehen“, forderte sie das Publikum auf und tanzte mit ihm auf den Stühlen im Saal mit. Statt der Hände die Eisbären sehen, wollten später „Die drei Bänkelsänger“ (Tina Berresheim, Leonardo Buttice und Martin Eisler). Sie hatten auch den „Traum von Amsterdam“ im Repertoire. Da tanzte auch der Märchenonkel – genau wie das Publikum – wie wild mit. „Jetzt kommt ein Zauber aus 1001 Nacht“, kündigte Scheller die Showtanzgruppe „Acht vor elf“ (Trainer/Choreo: Andreas Berresheim) an. Die hatte ihren Tanz „Arabische Nächte“ dem Motto angepasst.