1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Mandelbachtal

Deutsch-Französischer Ostermarkt in Habkirchen

Habkirchen : Mit einem Glas Weißwein auf der Straße

Deutsch-Französischer Ostermarkt lockte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gäste aus nah und fern.

Die Erfolgsbilanz des Deutsch-Französischen Ostermarktes, der traditionell am Palmsonntag in Habkirchen und im benachbarten Frauenberg stattfindet, entwickelte sich am auch in diesem Jahr erneut fort. Bereits weit vor den jeweiligen Ortseingängen musste man sich vor allem am Nachmittag schon um die Parkplatzsuche kümmern.

Doch die Entfernung war angesichts des Sonnenscheins nicht weiter tragisch. Zwar war es im Vergleich zum Vorjahr mit Temperaturen um die neun Grad Celsius ungewöhnlich kühl für die Jahreszeit, doch den zahlreichen kauf- und bummelwütigen Besuchern schien das nichts auszumachen. So war eher die Winter- statt der Übergangsjacke angesagt. Eines war dieses Jahr vor allem auffällig: Die Anzahl der Verkaufsstände für Lederwaren. Ob Geldbörsen, Taschen oder Gürtel - man hatte eine enorme Auswahl.

Die Anbieter waren meist italienischer Abstammung, was sich an den Schilder ablesen ließ. „Das Wetter merkt man. Es ist noch zu kalt. Ist es wärmer, geht die Hand eher in die Hose zum Geldbeutel“, kommentierte Francesco Pacificio aus Zweibrücken die offensichtliche Kaufzurückhaltung an seinem Stand auf der deutschen Seite. Er ist bereits seit 15 Jahren Stammanbieter des seit 20 Jahren existierenden Marktes mit rund 130 Ständen. Hosenträger und Geldbeutel in allen Preislagen bestimmen sein Sortiment. Einige Meter weiter war in der Blieskasteler Straße zunächst Ende des Besucherflusses. Etwa in Höhe des Zollmuseums bis zum Stand des Weinbauteams Reinheim stockte der Verkehr sehr oft. Die Laune der Menschen, die mit einem Glas Weißwein auf der Straße angestoßen, trübte das nicht. Ein Anbieter aus Schwalbach hatte für den Gaumen Reibekuchen in zig Variationen im Angebot. Selbstgemachtes und -genähtes bot der Verein „Ein Zuhause für verlassene Tiere“ an, um notleiden Hunde auf Mallorca zu retten. Die Türschützer waren erstmals auf dem Markt vertreten.

„Drei Salami nur noch zehn Euro. Die letzte Salami vor der Autobahn“, tat ein Lebensmittelverkäufer nebenan sein Angebot lautstark kund. Er wollte offensichtlich seinen Bestand gegen Ende des Marktes schnell reduzieren, da das Angebot auf seinem Schild noch bei zwölf Euro für die Stangenwurst lag. Auch Schlafbekleidung für reifere Frauen war in Habkirchen vorhanden. So kostete an einem Stand das zeitlose Nachthemd in schlichten Pink nur acht Euro. So manch eine Frau schlug da gleich mehrfach zu.

„Das ist typisch französischer Kitsch“, kommentierte hingegen wenige Minuten später in Frauenberg ein Ommersheimer die Auslagen an den Ständen in der Straße zur Freundschaftsbrücke. „Wir misse jo nix kaafe“, sagte seine Frau grinsend und blieb bei den Spirituosen stehen. „Lattwerge wie früher“ stand auf dem Schild am Nachbarstand, der einige Neugierige anzog. „Komm‘, wir schauen uns lieber die Bilder an“, meinte Joachim Sauter aus Klarenthal zu seiner Frau Irene, die Interesse an den im Maison Aurélien Wack ausgestellten Bildern hatten.

Einige Meter weiter überlegten ein Enkel und seine Oma, ob man den transparenten Schirm lieber mit Eiffelturm- oder mit Triumphbogenmotive kaufen sollte.

www.mandelbachtal.de