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Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde

Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde

Der Kultur- und Theaterverein Bliesmengen-Bolchen startet durch mit dem gekidnappten Papst auf der Naturbühne Gräfinthal. Das Lösegeld darf durchaus ungewöhnlich genannt werden: 24 Stunden Weltfrieden. Die Premiere des Klassikers war ein voller Erfolg.

Bei Kidnapping und Explosionen denkt man an einen Actionfilm und nicht an Theater. Dass dies nicht zwangsläufig der Fall sein muss, bewies am Freitagabend der Kultur- und Theaterverein Bliesmengen-Bolchen. Der führte nämlich auf der Naturbühne Gräfinthal die Premiere des 70er-Jahre-Klassikers "Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde" auf. Dabei hatten die Organisatoren Petrus auf ihrer Seite, was sich auch auf den Besuch auswirkte. So manche Theaterfans hatten gar ihre Vierbeiner mitgebracht.

Begeben wir uns exakt auf den Takt genau zurück ins Jahr 1973: Die Bahamas erklären ihre Unabhängigkeit. Der Papst Albert IV. (Thomas Kohl) befindet sich gerade auf USA-Reise. 100 000 Leute haben ihm auf der 5th Avenue zugejubelt, erklärt Außenreporterin Helen Thomas (Catrice Lorenz) soeben den Hörern von New York City Radio (NYC) und der Radiosprecherin im Studio (Kristina Plitt). Dann überschlagen sich die Ereignisse. Ein New York City-Taxi kommt auf die Bühne gefahren. Applaus brandet auf. Aus dem Pkw steigt Oberchaot Sam Leibowitz (Thorsten Dincher). Das jüdische Energiebündel hat seine Familie in die Laube nach Brooklyn bestellt. Doch er bringt zuvor noch einen Fahrgast im Geräteschuppen unter: Den Papst. Warum? Na, die Gelegenheit war eben so günstig. Seine Frau Sara Leibowitz (Lisa Wannemacher) bereut vor Verzweiflung und der Erinnerung an vorherige blöde Ideen ihres Mannes gar die Ehe. "Aber nein, ich musste meinen sexuellen Instinkten folgen, meiner Libido", bedauert die Mutter zweier Kinder. Die, nämlich Irving (Michael Nagel) und Miriam (Daria Weller), finden den Vertreter Gottes auf Erden ganz nett. Derweil betreibt der opportunistische Kardinal O`Hara (Uwe Heinen) Krisenmanagement und redet alles schön. Es gäbe keine Entführung. Alles sei nach Plan. Davon ist der hinterlistige Rabbi Meyer (Tobias Heinen) gar nicht überzeugt und schöpft Verdacht.

Der Cousin von Sam traut seinem Chaos-Verwandten nicht. Der zugedeckte, schlafende Mann auf dem Schaukelstuhl soll ein Verwandter Sams sein? Nie im Leben! Schnell hat er raus, dass es sich um den Papst handelt. Er verspricht nichts zu sagen. Eben drum. Er schickt einen Brief an die Polizei , die das Gelände mehr oder weniger auffällig umstellt. Zwischenzeitlich ist auch die Bedingung für die Freilassung bekannt: Frieden weltweit für mindestens 24 Stunden. Eine Forderung im Sinne des Papstes.

Der ist mittlerweile voll integriert, genießt die Ruhe und schält sogar bei den Leibowitz' Kartoffeln, während Sam Sprengstoff im Boden deponiert. Nach und nach schließen sich alle Staaten der Welt der Forderung an und die UNO kann die frohe Botschaft über die Staatssekretärin (Kristina Plitt) verkünden lassen. Das wiederum gefällt dem einfältigen Sheriff Warner (Felix Lauer) und dem Polizisten (Dominic Pfeiffer) sowie den anderen Uniformierten gar nicht.

Weitere Termine: 18. und 24. Juli, 14., 21. und 28. August; jeweils um 20.30 Uhr.

naturbuehne-

graefinthal.de