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Der Birnbaum mit ganz besonderer Historie in Bebelsheim

Ein interessantes Gewächs in Mandelbachtal : Der Birnbaum mit einer ganz besonderen Historie

Aus der Serie „Naturdenkmäler in unserer Region“.

Die Sage von den „Stanislausbirnen“ führt uns ans Brudermannskreuz. Im Rahmen unserer Serie über die Naturdenkmäler in der Region meldete sich Arno Soffel, der als Autor für die Heimatfreunde die Bebelsheimer Geschichtsbände herausgebracht hat. Soffel führte uns zu einem frei am Feldweg stehenden Birnbaum. Der ist weder alt noch besonders mächtig und hätte keine Aussicht, als Naturdenkmal anerkannt zu werden. Trotzdem habe dieser Baum eine besondere Historie, so Soffel: „Als der entflohene Polenkönig Stanislaus Lescynsky im 18. Jahrhundert in Zweibrücken lebte, besuchte er oft das Wilhelmiten-Kloster in Gräfinthal. Als er eines Tages wieder dorthin ritt, überfielen ihn auf halbem Weg zwischen Bebelsheim und Gräfinthal Abgesandte des revolutionären polnischen Adels. Der König wehrte sich mit Erfolg, entwaffnete die Räuber und schickte sie nach Hause, nicht ohne ihnen die eigene Geldbörse mitzugeben.“

Der Sage nach sollten die Verstoßenen zu Hause erzählen, wie sich der König an seinen Feinden rächte. Am Ort des Geschehens stehe heute noch das Feldkreuz, das 1850 von Birnbäumen umgeben war. Diese Birnbäume seien stets als „Stanislausbirnen“ bezeichnet worden und heute nicht mehr da. Nur ein Birnenbaum an der Zuwegung sei erhalten und die Heimatkundler gingen davon aus, dass er ein Setzling der alten Birnen sei. „Die Stanislausbirnen wären heute 300 Jahre alt. Die Vermutung liegt aber nahe, dass der Birnbaum am letzten Abzweig zum Brudermannskreuz und noch in dessen direkter Sichtweite ein Abkömmling sei“, sagt Soffel. An dem Birnbaum steht eine Bank, von der man eine herrliche Aussicht über den Ort genießen kann, zudem sind hier die Wegweiser für die Pilgerwege angebracht. Arno Soffel hat Sagen, Legenden und Erzählungen aus dem Mandelbachtal gesammelt. Die Erzählung von den Stanislausbirnen ist zusammen mit anderen im Band 3 der Bebelsheimer Geschichte nachzulesen.