Das Wirtschaftswunder am Jakobsweg

Der Jakobsweg windet sich durch eisiges Weiß und beschreibt hinter den Gebäuden eine Rechtskurve. Zu beiden Seiten der Wanderroute stehen Wohnhäuser, Betriebsgebäude. Ställe ragen nur rund einen Kilometer von der Bliesransbacher Ortsmitte beeindruckend aus dem Schnee. Überraschend viele Autos parken hier oben. Der große Hartungshof vibriert an diesem kalten Februarmorgen. Arbeit, von vielen Händen gleichzeitig getan, erzeugt im Freien und den vielen Gebäuden ein spannendes Miteinander aus Geräuschen und Gerüchen. Wo immer der Hofeigentümer Wolfgang Kessler Türen öffnet: Es ist was los. Auch Orgelbauer Dietmar Schömer hat zu tun. Allerdings nicht in seiner Werkstatt, sondern im Elsass, wo an diesem Morgen eine Königin der Instrumente auf ihn wartet. Dafür ist in der Bliesgau-Ölmühle auf dem Hof Produktionsalltag. Dort liegt der Duft von Leindotteröl in der Luft. Ein Elektromotor treibt mit leisem Surren das Mahlwerk an. Wohlige Ofenwärme erfüllt die Mühle. Flammen züngeln aus leise knackenden Scheiten. Mitarbeiter Ludwig König ist routiniert ständig gerade dort, wo er in den Fertigungsprozess eingreifen muss. Der Bliesransbacher schätzt die Biosphäre und mag die abwechslungsreiche Arbeit mit Rohstoffen aus der Region. "Die sind ja zu Recht derzeit wieder gefragt." Ob hier drin, in der kleinen Mühle oder draußen auf den saarländischen Märkten, wo die Abnehmer der Manufakturöle zu beliefern sind. Ludwig König zeigt gern, was sich aus den Zutaten machen lässt, die nebenan in großen weißen Säcken lagern. Öl natürlich. Und, was nicht so auf der Hand liegt, Leindotternudeln. Ein paar Schritte weiter duftet es anders als bei den Ölmüllern. Pesto-Tag in der Gourmetmanufaktur von Christel Breyer. Seit 2012 hat sie ihren Betrieb hier. Das vorherrschende Grün-Rot der Zutaten erzeugt einen Duft wie aus den Küchen des sonnigen Südens. Ein Ehepaar, das sich gerade auf dem Hof umschaut, schlendert herüber aus der benachbarten Ölmühle und betritt den gemeinsamen Verkaufsraum. Neugierige Blicke gleiten über Marmeladen, Pestos, Liköre und Chutneys. In den wärmeren Jahreszeiten ist hier natürlich mehr los. Viele Jakobspilger unterbrechen ihre Wanderung auf dem berühmten Weg, um sich mit Delikatessen zu versorgen. Wolfgang Kessler setzt die Führung über seinen Hof auf der anderen Seite des Jakobsweges fort. Aus Pferdeboxen blicken ihm stattliche Tiere entgegen und reiben neugierig die Nüstern an seinen Schultern. Die Gebäude mit ihren hohen Decken erschienen dem Landwirt Kessler als Ställe ideal. Sei es in seiner Pferdepension, die er für die Tiere von Freizeitreitern betreibt. Oder nebenan im Dressur- und Ausbildungsstall des Reitprofis Arjan van Loon. Heute ist der Hufschmied da wie alle drei Wochen. Bis in den späten Nachmittag beschlagen Gerd Beyer und seine beiden Mitarbeiter Pferde aus van Loons Stall. Hufschmied Björn Kniespecht, gelernter Landwirt, hat sich das anstrengende Handwerk gern angeeignet, das ihm gleichermaßen Geschicklichkeit, Ausdauer und Tierliebe abverlangt. "Wir müssen immer ein Gespür dafür haben, wie es dem Tier geht." Gelassen verfolgen die Pferde das Geschehen. Im mobilen Ofen glühen Eisen, während die Schmiede Hufe säubern, zurechtfeilen und beschlagen. Arjan van Loon hat seit 17 Jahren seinen Betrieb hier. Ihn überzeugen die Arbeitsmöglichkeiten und die Lage. Mitarbeiterin Laura Lacour lenkt Stute Florentina durch die Reithalle. Konzentriert leitet sie das Pferd, ruft die dressurtypischen Schrittfolgen ab. Sie zu vervollkommnen ist Laura Lacours Aufgabe und das Ziel ihres Chefs. Dafür kommt die junge Frau jeden Tag gern aus Völklingen und bleibt, bis die Tiere abends gut versorgt im Stall stehen. Ein letzter Wechsel über den Jakobsweg . Wolfgang Kesslers Frau Ute öffnet ihren Hofladen und lenkt den Blick auf ein Bio-Sortiment, das der Gesundheit gut tun soll. Kräutertees, Dinkel und das Wissen der Hildegard von Bingen darüber, was sich daraus Gutes herstellen lässt, spielen darin eine große Rolle. Dann geht der Arbeitstag draußen weiter. Ute Kessler mag den Hof, vor allem die Stille nach erfüllten Arbeitstagen. Dann, wenn die Sinfonie der Geräusche aus den Ställen und Manufakturen verklungen ist und auf dem Hartungshof Feierabendruhe einkehrt.

Der Jakobsweg windet sich durch eisiges Weiß und beschreibt hinter den Gebäuden eine Rechtskurve. Zu beiden Seiten der Wanderroute stehen Wohnhäuser, Betriebsgebäude. Ställe ragen nur rund einen Kilometer von der Bliesransbacher Ortsmitte beeindruckend aus dem Schnee. Überraschend viele Autos parken hier oben. Der große Hartungshof vibriert an diesem kalten Februarmorgen. Arbeit, von vielen Händen gleichzeitig getan, erzeugt im Freien und den vielen Gebäuden ein spannendes Miteinander aus Geräuschen und Gerüchen. Wo immer der Hofeigentümer Wolfgang Kessler Türen öffnet: Es ist was los.

Auch Orgelbauer Dietmar Schömer hat zu tun. Allerdings nicht in seiner Werkstatt, sondern im Elsass, wo an diesem Morgen eine Königin der Instrumente auf ihn wartet.

Dafür ist in der Bliesgau-Ölmühle auf dem Hof Produktionsalltag. Dort liegt der Duft von Leindotteröl in der Luft. Ein Elektromotor treibt mit leisem Surren das Mahlwerk an. Wohlige Ofenwärme erfüllt die Mühle. Flammen züngeln aus leise knackenden Scheiten. Mitarbeiter Ludwig König ist routiniert ständig gerade dort, wo er in den Fertigungsprozess eingreifen muss. Der Bliesransbacher schätzt die Biosphäre und mag die abwechslungsreiche Arbeit mit Rohstoffen aus der Region. "Die sind ja zu Recht derzeit wieder gefragt." Ob hier drin, in der kleinen Mühle oder draußen auf den saarländischen Märkten, wo die Abnehmer der Manufakturöle zu beliefern sind. Ludwig König zeigt gern, was sich aus den Zutaten machen lässt, die nebenan in großen weißen Säcken lagern. Öl natürlich. Und, was nicht so auf der Hand liegt, Leindotternudeln.

Ein paar Schritte weiter duftet es anders als bei den Ölmüllern. Pesto-Tag in der Gourmetmanufaktur von Christel Breyer. Seit 2012 hat sie ihren Betrieb hier. Das vorherrschende Grün-Rot der Zutaten erzeugt einen Duft wie aus den Küchen des sonnigen Südens. Ein Ehepaar, das sich gerade auf dem Hof umschaut, schlendert herüber aus der benachbarten Ölmühle und betritt den gemeinsamen Verkaufsraum. Neugierige Blicke gleiten über Marmeladen, Pestos, Liköre und Chutneys. In den wärmeren Jahreszeiten ist hier natürlich mehr los. Viele Jakobspilger unterbrechen ihre Wanderung auf dem berühmten Weg, um sich mit Delikatessen zu versorgen. Wolfgang Kessler setzt die Führung über seinen Hof auf der anderen Seite des Jakobsweges fort.

Aus Pferdeboxen blicken ihm stattliche Tiere entgegen und reiben neugierig die Nüstern an seinen Schultern. Die Gebäude mit ihren hohen Decken erschienen dem Landwirt Kessler als Ställe ideal. Sei es in seiner Pferdepension, die er für die Tiere von Freizeitreitern betreibt. Oder nebenan im Dressur- und Ausbildungsstall des Reitprofis Arjan van Loon. Heute ist der Hufschmied da wie alle drei Wochen. Bis in den späten Nachmittag beschlagen Gerd Beyer und seine beiden Mitarbeiter Pferde aus van Loons Stall. Hufschmied Björn Kniespecht, gelernter Landwirt, hat sich das anstrengende Handwerk gern angeeignet, das ihm gleichermaßen Geschicklichkeit, Ausdauer und Tierliebe abverlangt. "Wir müssen immer ein Gespür dafür haben, wie es dem Tier geht." Gelassen verfolgen die Pferde das Geschehen. Im mobilen Ofen glühen Eisen, während die Schmiede Hufe säubern, zurechtfeilen und beschlagen.

Arjan van Loon hat seit 17 Jahren seinen Betrieb hier. Ihn überzeugen die Arbeitsmöglichkeiten und die Lage. Mitarbeiterin Laura Lacour lenkt Stute Florentina durch die Reithalle. Konzentriert leitet sie das Pferd, ruft die dressurtypischen Schrittfolgen ab. Sie zu vervollkommnen ist Laura Lacours Aufgabe und das Ziel ihres Chefs. Dafür kommt die junge Frau jeden Tag gern aus Völklingen und bleibt, bis die Tiere abends gut versorgt im Stall stehen. Ein letzter Wechsel über den Jakobsweg . Wolfgang Kesslers Frau Ute öffnet ihren Hofladen und lenkt den Blick auf ein Bio-Sortiment, das der Gesundheit gut tun soll. Kräutertees, Dinkel und das Wissen der Hildegard von Bingen darüber, was sich daraus Gutes herstellen lässt, spielen darin eine große Rolle. Dann geht der Arbeitstag draußen weiter. Ute Kessler mag den Hof, vor allem die Stille nach erfüllten Arbeitstagen. Dann, wenn die Sinfonie der Geräusche aus den Ställen und Manufakturen verklungen ist und auf dem Hartungshof Feierabendruhe einkehrt.

 Ludwig König arbeitet in der Bliesgau Ölmühle.
Ludwig König arbeitet in der Bliesgau Ölmühle.
 Christine Breyer bereitet ein Pesto zu, das auf dem Hartungshof verkauft wird.
Christine Breyer bereitet ein Pesto zu, das auf dem Hartungshof verkauft wird.
 Wolfgang Kessler ist der Eigentümer des Hartungshofes. Fotos: Oliver Dietze
Wolfgang Kessler ist der Eigentümer des Hartungshofes. Fotos: Oliver Dietze
 Hufschmied Gerd Beyer und sein Sohn Lars beschlagen Pferde auf dem Hartungshof.
Hufschmied Gerd Beyer und sein Sohn Lars beschlagen Pferde auf dem Hartungshof.

Zum Thema:

HintergrundAuf dem Hartungshof gibt es Führungen mit Wolfgang Kessler, der auch die Pension für Freizeitpferde betreibt. Verkostungen bietet seine Frau Ute. Geschäftspartner: Jörg Hector und Patric Bies (Bliesgau Ölmühle), Christel Breyer (Gourmetmanufaktur "MaLi's Delices"), Michael Kessler (Manufaktur für Holz aus naturnahem Waldbau), Dietmar Schömer (Orgelmanufaktur am Jakobsweg ) und Pferdewirtschaftsmeister Arjan van Loon (Dressur- und Ausbildungsstall). Kontakt: (0 68 05) 6 00 70 63 oder 2 26 24. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 12 Uhr. red