Das neue Jahr ist angegrillt

In Erfweiler-Ehlingen gibt es eine Tradition, die nun auch einen Ortswechsel überstanden hat: In den ersten Tagen im Jahr treffen sich die Einwohner zum Angrillen. Diesmal brannte das Feuer hinterm FC-Sportheim.

"Wir müssen schauen, wie es angenommen wird", zeigte sich Gerd Tussing zu Beginn zurückhaltend. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Erfweiler-Ehlingen beschrieb beim traditionellen Angrillen damit den Ortswechsel für die Veranstaltung. Erstmals hatte man nicht mehr den Hof hinter dem Gebäude des ehemaligen Gasthauses Fries in der Rubenheimer Straße dafür genutzt. Diese Lokalität stand aus organisatorischen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen fand die bereits fünfte Auflage des Angrillens am FC-Sportheim statt. Da war es beim Start noch etwas leer.

Nur ein paar Besucher machten dem lockeren Neujahrsempfang im Freien ihre Aufwartung. Auch die Kinder, die meist kamen, um am Feuer ihr Stockbrot zu Grillen, waren noch nicht da. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde später die Besucheranzahl nach und nach größer. Die erste gesellschaftliche Veranstaltung im neuen Jahr in Erfweiler-Ehlingen scheint ihre Stammbesucher gefunden zu haben. Zwanglos sich mit dem Nachbarn über die Neuigkeiten im Ort austauschen, Zurückblicken auf das letzte Jahr, Ausschau halten über die Pläne für 2015 oder einfach berichten, wie und wo man den Jahreswechsel verbracht hat: All das ist hier möglich - und ohne offizielle Rituale mit Sektglas in der Hand und in festlicher Garderobe, wie sonst bei Neujahrsempfängen üblich. Außerdem sind lange Reden mit Selbstbeweihräucherung fehl am Platz. Insbesondere, weil die Urnengänge vorbei sind, war dieser Programmpunkt auch beim diesjährigen Angrillen nicht dabei. Vielmehr konnte man die Mandatsträger etwas näher kennenlernen und mit ihnen über Dinge im Ort sprechen. Der Erlös soll auch dieses Mal möglicherweise wieder einem guten Zweck im Ort zu Gute kommen. Man habe sich noch nicht festgelegt, sagte der Bürgermeister. Die Junge Union hatte Sammelbüchsen aufgestellt und warb für Spenden für ein Beachvolleyball-Feld, das nahe der Tennisanlage seinen Platz finden könnte. Das Projekt nennt sich "Unser Dorf hat Zukunft" und geht somit in die Richtung des Landes-Wettbewerbs.

"Hier treffe ich meist meine Nachbarn aus der Straße", freute sich eine Rentnerin beim Angrillen. "Es ist zwar kalt draußen, aber das macht nichts. Wir haben ja Schnaps, Feuer und Heizpilze", pflichtete ihr Begleiter bei. Inzwischen waren auch Kinder da und grillten ihr Stockbrot.