Das Kapellendach ist schon mal fertig

Die Sanierung der Klosterkapelle in Gräfinthal läuft auf vollen Touren. Als nächster Schritt steht das Abschlagen des Innenputzes an, dann will man die Elektrik und die Heizung installieren.

Rund neun Jahre nach der Schließung der Klosterkapelle in Gräfinthal tut sich seit einigen Wochen was, denn die Sanierung der Kapelle wurde in Angriff genommen. Wie Mario Lisé, ehrenamtlicher Beauftragter des Klosters für Öffentlichkeitsarbeit, und der beauftragte Saarbrücker Architekt Henning Freese, der auch Vorsitzender des Landesdenkmalrates ist, erläuterten, haben die Bauarbeiten Ende März begonnen. Zunächst wurden die Innengerüste für die Arbeiten am Dachstuhl aufgestellt. Ende Mai sei die Abnahme des sanierten Dachtragwerkes erfolgt. "Damit ist die Einsturzgefahr des Daches beseitigt", sagte Architekt Freese. Inzwischen liefen die Arbeiten zur Sanierung der Wände, die Ende Juni abgeschlossen sein sollen. Als weitere Maßnahmen seien dann geplant: Abschlagen des Innenputzes bis Mitte Juli, Installation der Elektroleitungen und Heizungsleitungen bis Ende Juli. Der Innenputz der Decke und Wände solle dann bis Ende August fertiggestellt sein. Mit der Instandsetzung der Verglasungen sei bis Ende September zu rechnen, Malerarbeiten für Wände und die Decke seien bis Mitte Oktober geplant. Der Einbau des Bodenbelags aus Naturstein solle bis Ende Dezember abgeschlossen sein.

Wie Kloster-Sprecher Mario Lisé und Architekt Henning Freese weiter erklärten, werde in den Wintermonaten das Inventar restauriert. In der Kapelle selber seien die Trocknungsprozesse von Putz und Bodenbelag zu beobachten und der Fortschritt sei zu messen, bevor die abschließenden Arbeiten angegangen werden könnten. Derzeit geplant sei die Fertigstellung des Innenausbaus bis Ende Mai 2016, der Einbau des Inventars wie Altar und Kruzifix bis Ende Juli und das Herstellen der Anlagen bis Ende August. Restarbeiten und sonstige Leistungen würden bis Ende September kommenden Jahres abgeschlossen.

"Diese Termine sind nicht als verbindlich zu betrachten, da bei den Sanierungsarbeiten schrittweise vorgegangen werden muss. Unvorhergesehene Leistungen können anfallen, die in dieser Zeitschiene bisher nicht berücksichtigt werden können", erklärte Henning Freese. Wie der Architekt betonte, sei eine Besichtigung der Kirche durch Besucher derzeit aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Geplant seien geführte Besichtigungen zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Gerüste im Inneren des Gotteshauses abgebaut sind.

Am 29. August 2014 war nach Angaben des Klostersprechers der Zuwendungsbescheid des Ministeriums für Bildung und Kultur an die Vereinigung St. Josef, vertreten durch Frater Petrus Becker, zur Sanierung und Instandsetzung der Klosterkapelle in Höhe von rund 511 000 Euro erfolgt. Finanziert werde das Projekt mit 400 000 Euro Bundesgeld, das der saarpfälzische Bundestagsabgeordnete Alexander Funk (CDU ) aus einem Kulturförderprogramm des Bundes losgeeist hatte. Die restliche Summe in Höhe von rund 111 000 Euro werde von der Vereinigung St. Joseph aus Eigenmitteln bereitgestellt. Darin enthalten seien Zuschüsse des Bistums Speyer sowie zahlreiche Spenden. Mitte November sei das Architekturbüro Freese aus Saarbrücken mit der Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung beauftragt worden. Bereits in der Vorbereitung und der Voruntersuchung des Tragwerks des Dachstuhls und des Mauerwerks sei das Ingenieurbüro Verheyen aus Bad Kreuznach mit den gutachterlichen Ingenieurleistungen der Tragwerksplanung beauftragt worden, teilte der Kloster-Sprecher mit.