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„Dalemer Kleenes Welttheader“ in Heckendalheim

„Dalemer Kleenes Welttheader“ in Heckendalheim

Die Spielgruppe des Heimat- und Kulturvereins Heckendalheim führt am Samstag, 30. August, um 20.30 Uhr vor der Kirche das Theaterstück "Dalemer Kleenes Welttheader" auf. Der Erlös der Veranstaltung dient dem Innenanstrich der Heckendalheimer Kirche.Mysterienspiele waren im Mittelalter sehr beliebt.

Meistens waren es fahrende Spielleute, die auf Kirchenvorplätzen und Märkten Spiele mit meist religiösen und biblischen Themen aufführten, bei denen oft auch derb-spaßige Elemente beigefügt waren. Der spanische Dichter Calderón de la Barca (1600 bis 1681) schrieb das "Große Welttheater" ("El gran teatro del mundo"). Die personifizierte Welt wird beauftragt, eine Bühne aufzubauen und ungeborenen Seelen eine Rolle als Mensch zuzuteilen.

Hugo von Hofmannsthal (1874 bis 1929) hat das Thema in deutscher Sprache aufgegriffen in seinem Stück "Das Salzburger Große Welttheater" (1922) und in veränderter Form in seinem berühmten "Jedermann" (1911). Peter Stolz griff das Thema auf und schrieb ein neues Stück: "Dalemer Kleenes Welttheader". Es wird am 30. August von der bewährten Spielgruppe des Heimat- und Kulturvereins Heckendalheim vor dem Portal der Heckendalheimer Kirche aufgeführt. Nach einer einleitenden Beschreibung der Entstehung von Zeit, Raum und Materie wird auch hier die Welt mit ihrer Aufgabe, eine Bühne für das Leben der Menschen aufzubauen, beauftragt. Sie verteilt beispielhafte Rollen: König, Reicher, Schönheit, Wissenschaft, eine Kräuterfrau und ein Bettler. Die Menschen spielen ihre Rollen, es kommt zu dramatischen Verwicklungen, und am Ende folgt die Abrechnung. Das Stück ist gereimt, die beteiligten überirdischen Wesen sprechen Hochdeutsch, die irdischen schwätze Heckendalheimer Platt. Somit ist das Stück auch ein Beitrag zur Pflege der Mundart.