"Bravo"-Rufe für den Musikverein

Ommersheim. Der Auftritt der Pianistin Irina Loskova war zweifelsohne der Höhepunkt beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Ommersheim am vergangenen Sonntag. Doch auch sonst ließ das Programm kaum Wünsche offen. Erstmals hatte man zu einer derartigen Veranstaltung an Muttertag in die Saarpfalz-Halle eingeladen und bewusst nur das Können des Großen Orchesters auf der Bühne gezeigt

Ommersheim. Der Auftritt der Pianistin Irina Loskova war zweifelsohne der Höhepunkt beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Ommersheim am vergangenen Sonntag. Doch auch sonst ließ das Programm kaum Wünsche offen. Erstmals hatte man zu einer derartigen Veranstaltung an Muttertag in die Saarpfalz-Halle eingeladen und bewusst nur das Können des Großen Orchesters auf der Bühne gezeigt. Schüler- und Jugendorchester hatten bei der mehr als zweistündigen Aufführung Zeit, den Leistungsstand der "Großen" zu begutachten. Die "Ouverture to Candide" von keinem geringeren als Leonard Bernstein, hatte Dirigent Stefan Weber zur Eröffnung ausgewählt. Dabei handele es sich um die meistgespielte Komposition von Bernstein neben der populären "West Side Story", verriet Moderator Marc Bauer. Er führte auf seine gewohnt lustig-unterhaltsame, aber eben nicht minder informative Art und Weise durch das Konzertprogramm. Vom New Yorker Komponisten ging es dann zu den "Heartland Sketches". Traditionelle Lieder aus Iowa, die trotz getragener Stimmung keinesfalls langatmig wirkten, bestimmten nun das Programm. Das "Concerto in C for Piano and Symphonic Wind Orchestra" aus dem Hause Leroy Anderson, arrangiert von Jörg Murschinksi, war die Grundlage für den Auftritt der Gastmusikerin Irina Loskova. Das Orchester und die in Karlsruhe lebende Pianistin russischer Abstammung harmonierten bei dem aus drei Sätzen bestehenden Stück, als sei das in Ommersheim schon immer so an der Tagesordnung gewesen. Die begeisterten Konzertbesucher forderten sogleich eine Zugabe, ehe es wieder ohne Loskova mit "The Seventh Night of July" von Itaru Sakai weiterging. Das Stück chinesischen Ursprungs wurde so klanggewaltig und vorwärtsstrebend gespielt, dass man auf die "Appalachian Ouvertüre" von James Barnes gespannt war. Die Ommersheimer enttäuschten auch hier nicht und sorgten für "Präriestimmung", wie Marc Bauer scherzte. Weg vom Gebirge im Osten der USA und hin zu einem Musical, welches auf dem Buch des Zauberers von Oz basiert: "Selections from The Wiz" wurde 1975 am Broadway uraufgeführt und sorgte für die gewisse zauberhafte Stimmung am Sonntagabend in Ommersheim. Pure Spielfreude - vor allem bei Dirigent Stefan Weber und an den Percussions - war bei "American Graffity" erkennbar. Die Swing-Elemente und die Betonung der Saxofonisten führten schlussendlich zu Bravo!-Rufen und Begeisterung in der Halle. Diese Stimmung hielt sich auch bei den Erinnerungen an Benny Goodman in einem Arrangement von Naohiro Iwai. Das war Swing pur, der mehr als sehr gut ankam. Und dann "der musikalische Konzertjoker", wie Marc Bauer witzelte. Das 50er-Jahre-Medley war eine Hommage an den früheren, langjährigen Dirigenten Hermann Kahlenbach und gleichsam der Schlusspunkt des Konzertes. Mit dem Marsch "Alte Kameraden" in einem Arrangement von Thomas Becker als Zugabe endete das Konzert.