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Blühende Wiese bietet Bienen einen Lebensraum

Blühende Wiese bietet Bienen einen Lebensraum

Gersheim. Fährt man momentan von Gersheim in Richtung Walsheim, stoppt zuweilen eine rot schimmernde Ampel das Auto. Doch dieser Aufenthalt wird zum Erlebnis. Direkt am Straßenrand hat der Gersheimer Tierarzt Helmut Ehrmanntraut eine farbenprächtige rund 360 Quadratmeter große Wiese angelegt

Gersheim. Fährt man momentan von Gersheim in Richtung Walsheim, stoppt zuweilen eine rot schimmernde Ampel das Auto. Doch dieser Aufenthalt wird zum Erlebnis. Direkt am Straßenrand hat der Gersheimer Tierarzt Helmut Ehrmanntraut eine farbenprächtige rund 360 Quadratmeter große Wiese angelegt. Seit Wochen blühen hier Blumen, es ist ein willkommenes Refugium für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co geworden. Die Idee zu dem Projekt, so der Hobbyimker Ehrmanntraut, der selbst acht Bienenvölker besitzt, stamme von seiner Tochter Caroline, die sich während eines Praktikums beim Saarpfalz-Kreis insbesondere mit den öffentlichen Flächen als Nahrungsgrundlage und Lebensraum für Blüten besuchende Insekten beschäftigt habe. Die Ehrmanntrautsche Wildblumenmischung beinhaltet Mohn, Kornblumen, Dill, Sonnen- und Ringelblumen, insgesamt um die 20 Arten. Er hofft darauf, dass die einjährige Mischung kräftig aussamt und auch im kommenden Jahr ein "Paradies" für Insekten werden kann. Ehrmanntraut, der Mitglied im örtlichen Imkerverein ist, setzt sich mit dem Projekt auch für das Netzwerke "Blühende Landschaften" ein. Dabei soll erreicht werden, dass Honig- wie Wildbienen sowie alle anderen Nektar und Pollen suchende Insekten eine Lebensgrundlage erhalten. Zusammen mit Landwirten, Naturschützern, Beratern, Verbrauchern, Gärtnern, Imkern sollen Modellprojekte initiiert und eine breite Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Die Imker haben mit veränderten Lebensbedingungen für ihre Völker zu kämpfen. Deutschlandweit sollen beispielsweise vor sechs Jahren ungefähr 30 Prozent der Bienenvölker gestorben sein. Die Verknappung der Nahrungsgrundlage der Bienen, also der Rückgang von Nektar und Pollen spendenden Pflanzen, war eine der entscheidenden Ursachen für diese Verluste. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Situation nicht nur für Honig- und Wildbienenarten, sondern für alle Nektar und Pollen sammelnden Insekten enorm verschlechtert. Zudem wachsen bei der Honigbiene die Probleme mit Krankheiten und Parasiten. Darüber hinaus sind all diese Insekten einer zunehmenden Belastung durch Pestizide ausgesetzt. ott