Biosphären-Konzept in der Kritik

Freie Wähler kritisieren mit drei Mandaten Vermarktung der Biosphäre als Produkt.

Die Freie Wähler-Gemeinschaft (FWG) im Gemeinderat Mandelbachtal hat ihre kritische Haltung zum "Zweckverband Biosphärenreservat" erneuert. Wie die FWG mitteilt, trete der Verband, vom Landrat und dem Bürgermeister der Gemeinde vertreten, längst als die erste Institution im Bliesgau auf, die Bewohner unablässig zur Teilnahme und zur Identifikation mit dem Rahmenkonzept und dem Gebilde "Biosphäre" auffordere. "Mit Argwohn verfolgt die, wenngleich kleine, so doch umtriebige Fraktion der Freien Wähler, die Vorgänge im und um den Zweckverband. Sie stemmt sich mit drei Mandaten der fast permanenten Allmacht einer inzwischen koalitionsfreien Ratsmehrheit von 27 Stimmen im Gemeinderat Mandelbachtal entgegen", so die FWG. Die Vermarktung der Biosphäre setze den Besitz eines Produktes voraus.

"Wem gehört nun der Bliesgau eigentlich? Dem Zweckverband, irgendwelchen Vermarktungsvereinen, dem Landrat, den Bürgermeistern, der Landesregierung, dem Kreis? Der Landrat hat den Bliesgau zur Marke ausgerufen. Ist das zulässig? Werden mit dem Bliesgau nur Produkte oder gar auch Menschen vermarktet, die dort leben? Womöglich noch gegen deren Willen?", fragt die FWG.

Mit Steuergeldern werde ein Apparat aufgebaut und finanziert, der einzig der Vermarktung weniger diene. Derweil verkämen die Dörfer, die man auch durch "kostspielige Dorfplatzerneuerungshysterien oder fragwürdige Zukunftswettbewerbe nicht aufrechterhalten kann. Welchen Sinn macht ein Dorf der Zukunft, wenn es Bestandteil einer bankrotten Gemeinde ist? Augenwischerei und Flickwerk in einem System, das nicht von unten, also aus dem Volke heraus lebt, sondern von oben herab eben diesem übergestülpt wird" heißt es. In der Diskussion um das Rahmenkonzept der Biosphäre sei man in Mandelbachtal "aus Angst kläglich eingeknickt, dass man bei der Verteilung von Fördergeldern in der letzten Reihe stünde", so die Drei-Mann-Fraktion in Mandelbachtal.